Wieder sind viele Kinder und Erwachsene am Karfreitag in die Sixthaselbacher Kirche gekommen, um sich gemeinsam daran zu erinnern, wie es Jesus in den letzten Stunden vor seinem Tod ergangen ist.
Wir versuchten zu erklären, dass es nicht nur damals eine schwere Zeit war, sondern dass es auch bei uns genügend Menschen gibt, deren Hoffnung auf ein gutes Leben durchkreuzt werden.
Die Begeisterungsstürme sind noch nicht verklungen (Palmsonntag), da wird es ernst um Jesus - todernst. Wie schnell kann die Stimmung kippen: Wie schnell kann Offenheit in Misstrauen, Angst und Aggression umschlagen. Wie schnell wird aus einem gefeierten Menschen ein Verfolgter.
Jesus ging in Jerusalem zum Tempel und war entsetzt über das, was er da sah: der Tempel ist in einen Marktplatz verwandelt worden. Jesus konnte das nicht dulden und unternahm etwas dagegen. Er warf die Händler und Geldwechsler regelrecht vom Tempelgelände. Er sagte zu ihnen:" Gottes Haus soll ein Haus des Gebets für alle Menschen sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht." Die Hohenpriester und Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, Jesus loszuwerden. Denn sie fürchteten sich vor ihm, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren.
Nicht nur für Kinder ist es schwer nachzuvollziehen, warum Jesus, den wir aus den biblischen Geschichten als Menschenfreund und Friedensfürst kennen, am Ende so grausam sterben musste. Sein Leid ist jedoch eng verbunden mit dem Leid vieler Menschen, die auch heute noch unschuldig leiden und sterben.
In sechs Stationen wurde versucht zu verstehen, was damals mit Jesus geschah und was heute noch mit Menschen geschieht, die zu Unrecht verurteilt, gequält und getötet werden.
Nach einer kurzen Einführung zu den jeweiligen Stationen wurde den Kindern eine Frage gestellt, wie z. B. in der dritten Station: "Warum sind manche Menschen mutig und treten aus der Menge heraus?" Wie Simon von Zyrene, Maria, die Mutter Jesu, Veronika mit dem Schweißtuch oder andere Frauen die ganz offen ihr Mitleid mit Jesus zeigten. Die Kinder überlegten gemeinsam und brachten interessante Gedanken vor. Es wurde festgestellt, dass es auch heute wichtig ist, dass es mutige Menschen gibt, die Vorbilder im Leben sein können . Als Zeichen dafür, dass wir uns aus der Menge herauswagen wollen, um für Andere einzutreten, ging nacheinander jedes Kind einen Schritt nach vorne und hob die Hand (wie beim Melden) um zu zeigen: Ich trete aus der Menge heraus, ich möchte für Andere einstehen.
Gott sei Dank ist diese Geschichte nicht das Ende. Deshalb wurden die Kinder eingeladen gemeinsam am Ostersonntag die Auferstehung Jesu zu feiern.