Ökumenische Radltour der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde nach Inzell
Viele gemeinsame Aktionen haben sich die katholische und evangelische Kirchengemeinde zum 500jährigen Reformationsgedenken einfallen lassen. Dieses Mal stand eine ökumenische Radtour in die Nachbargemeinde Inzell auf dem Programm, an der trotz des unsicheren und wenig einladenden Wetters doch eine unentwegte Gruppe von Radlfahrern teilgenommen haben, zumal am Startort in Ruhpolding noch dazu Regen einsetzte. Angeführt wurde die Fahrradgruppe vom katholischen Pfarrer Otto Stangl und seinem evangelischen Amtskollegen Thomas Schmeckenbecher. Mit Autos trafen dann noch viele Gläubige beider Konfessionen in Inzell ein, sodass immerhin rund 40 Personen dieses Angebot nutzten.
Zunächst wurde als erstes gemeinsames Ziel die Frauenkirche in Niederachen in der Gemeinde Inzell angesteuert. Gemeindereferent Philip Moser ließ es sich nicht nehmen, die Kirchenführung der Filialkirche, die 1698 fertiggestellt wurde, durchzuführen. Interessant zu hören war, dass die erste Kirche an diesem Ort bereits 1496 eingeweiht wurde und auf eine Stiftung des Augustinerklosters St. Zeno in Reichenhall zurückgeht. Nach einer kleinen Andacht, bei der der Ruhpoldinger Pastoralreferent Georg Gruber auf der Bär-Orgel mit sechs Registern aus dem Jahr 1852 einige Stücke intonierte, ging es weiter zur evangelischen Christuskirche in Inzell, wo bereits Pfarrer Thomas Seitz die Gruppe erwartete.
Die 1991 eingeweihte Kirche, welche vom Architekten Professor Rüdiger Bär entworfen wurde, stellte einen auffälligen Kontrast zum vorher besuchten Gotteshaus dar. Auf den ersten Blick glaubten die Betrachter, sich in einem Auditorium zu befinden. Pfarrer Seitz verstand es, die kreisförmige Architektur des Innenraumes so zu interpretieren, dass für jeden der Teilnehmer - nach vielen Fragen - ein schlüssiges Fazit zu entnehmen war. Auch hier setzte sich Georg Gruber im Rahmen einer ebenfalls kleinen Andacht, die Pfarrer Seitz übernahm, in „ökumenischer Weise“ an die dortige Orgel und ließ die weichen Töne des Kircheninstrumentes erklingen.
Zum Abschluss des gemeinsamen Ausfluges konnten die evangelischen und katholischen Mitchristen feststellen, dass für alle etwas Interessantes und Lehrreiches dabei war - und sei es nur, dass man sich noch zu guten Gesprächen auf der „Kessel-Alm“ in Inzell traf.
Wer wünscht sich im Leben nicht auch einmal, dem Himmel nahe zu sein…? Und wo kann man dieses Gefühl besser spüren, als beim Erklimmen eines Berggipfels, wenn man dem Ort nahekommt, den wir, nicht nur als Kinder, mit dem Schöpfergott verbinden. Bei einer dreitägigen Bergtour in den Kitzbüheler Alpen unter der Leitung von Pastoralreferent Georg Gruber sollte die Verbindung von Körper und Geist, Naturerlebnis und Spiritualität, sportliche Betätigung und Glaube, im Vordergrund stehen.
So machte sich am Freitagvormittag eine Gruppe von zwei Männern und fünf Frauen zusammen mit ihrem Seelsorger Richtung Kitzbüheler Alpen auf den Weg. In Hopfgarten wurde noch Christian Spahn, Diakon im Pfarrverband Laim/München, eingesammelt, der als erfahrener Bergexerzitienleiter mit von der Partie war. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel machten sich die Teilnehmer auf den Weg zur Neuen Bamberger Hütte, die der Gruppe für die nächsten beiden Tage als Unterkunft diente. Abends stieß auch noch Constanze Bär, Pastoralassistentin im Vorbereitungsdienst, seit 1. September Schützling von Anleiter Gruber, hinzu. Gemeinsam genoss man die letzten Sonnenstrahlen und die Wunder der Schöpfung beim Abendimpuls, der den ersten Tag spirituell abrundete. Anschließend ließ man sich das Abendessen schmecken und nutze die Gelegenheit, sich bei Tisch besser kennenzulernen.
Mit ein paar Qi Gong-Übungen im noch recht frischen Freien, um auch den Körper und nicht nur den Geist aufzuwecken, begann der Samstag. Frohen Mutes wanderte die Gruppe zum Markkirchl am Salzachjoch, das die Grenze zwischen Tirol und Salzburger Land markiert. Wie passend erschien bei dem sich nun in voller Schönheit eröffnenden Blick ins Salzburger Land dabei der Gedanke aus dem letzten spirituellen Impuls, dass Gipfel als Übergänge gesehen werden können! Damit die Bergtour nicht nur ein Naturerlebnis war, sondern auch die Möglichkeit wahrgenommen werden konnte, sich biographisch mehr mit sich selbst zu beschäftigen, ging jeder den nächsten Abschnitt im Schweigen, um darüber nachzudenken, ob man sich gerade selbst in einer Übergangsphase im eigenen Leben befindet. Nachdem der Wind die Wandertruppe kräftig durchpustete, beeilte man sich, auf den Gipfel, am Nadernachjoch vorbei, zum Kröndlhorn (2444m) zu gelangen. Entgegen der Befürchtung, dass dort bereits das schlechte Wetter und der Wind der Gruppe einen Strich durch die Rechnung machen wird, wurde die mitgebrachte Brotzeit auf den von der Sonne angewärmten Felsen verzehrt, mit Blick auf die wundervolle Landschaft, die markanten Hügelketten ringsherum und die kleine Kapelle, die anstelle eines Gipfelkreuzes auf dem Kröndlhorn steht. Nach einer kurzen Andacht, ging es schnell wieder hinunter, um dem heraufziehenden Wetterumschwung zu entkommen. Der restliche Nachmittag war zur freien Verfügung, bevor man sich nach dem kurzen Abendimpuls wieder dem fröhlichen Miteinander bei Tisch widmete. Die gute Stimmung in der Gruppe, in der sich jeder offen und kontaktfreudig präsentierte, wurde auch genutzt, um so manches brisante Kirchenthema zu diskutieren, bei dem dann die sogenannten „Insider“ gerne auch Rede und Antwort standen.
Nachdem das Wetter am Sonntag wenig einladend war, stand nach dem schönen Gottesdienst auf der Hütte noch der gemeinsame Abstieg im Regen auf dem Programm, bevor jeder nach einer letzten gemeinsamen Einkehr gestärkt, erholt und besonnen, in den heimischen Alltag zurückkehrte.