Volkstrauertag der Gemeinde stand im Zeichen des Gedenkens an die vielen Opfer der Kriege
Auch heuer gedachte die Gemeinde Ruhpolding am Volkstrauertag der Gefallenen und Vermissten der Kriege, sowie der Opfer der Gewaltherrschaft und der Vertreibung, wozu die Gemeinde und die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) aufgerufen hatten. Von der Ortsmitte aus zog zunächst der Kirchenzug mit vielen Ortsvereinen und deren Fahnenabordnungen, sowie einer Abordnung der Bad Reichenhaller Patenkompanie der Gebirgsjäger und der Kameradschaft Bad Reichenhall, begleitet von der Trachtenkappelle der „Miesenbacher“, hinauf zur Pfarrkirche St. Georg.
Den Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg zelebrierten Pfarrer Otto Stangl und Geistlicher Rat Bernhard Schweiger und die musikalische Gestaltung übernahm ebenfalls die Blaskapelle. Mit am Altar standen auch Pastoralreferent Georg Gruber und die angehende Pastoralassistentin Constanze Bär. Pfarrer Stangl ging in seiner Predigt auf den Sinn des Volkstrauertages ein. Das Gedenken an die Opfer und das Streben nach Frieden würden im Mittelpunkt stehen. „Frieden kann man nicht einfach abwarten, man muss auch etwas tun“, mahnte er. Besonders gedachte er auch den Gefallen der Bundeswehr.
Der Kompaniechef der 5. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 aus Bad Reichenhall, Major Deutscher, sagte in seiner eindrucksvollen Rede, dass neben dem Gedenken an alle Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft aller Nationen auch das stille Gedenken an Verwundung, Flucht, Vertreibung, Folter und Missbrauch stehen würde. „Doch ein Gedenken ist nicht ehrlich, wenn es uns nicht auch ermahnt“ sagte er und ergänzte: „Das Gedenken mahnt uns als Mensch und Gesellschaft in unserer Verantwortung uns gegen Hass, Völkermord, Unrecht, Terror sowie ideologische Verblendung zu stellen, um ein friedlicher Miteinander zu gestalten“.
Am Kriegerdenkmal, an dem die Kränze des Bundesverteidigungsministers, der Gemeinde Ruhpolding, der Krieger- und Soldatenkameradschaft und des VdK-Ortsverbandes lagen, fand das Totengedenken durch den evangelischen Ortspfarrer Thomas Schmeckenbecher als Zeichen der Ökumene statt. Bürgermeister Claus Pichler betonte anschließend, dass der Volkstrauertag eine staatliche und somit auch kommunale Verpflichtung gegen das Vergessen der vielen Opfer der Kriege und der Gewalt sei. Mit einem Ehrensalut und dem „Lied vom guten Kameraden“ wurde die Feierstunde beendet.
Die Ruhpoldinger Pfarrgemeinde St. Georg hatte am vergangenen Sonntag die Kinder zu einem Fest zu Ehren des heiligen Martin eingeladen. Trotz des unangenehmen Wetters hatte sich eine sehr große Schar von Kleinen, begleitet von Eltern und Großeltern, am „SenVital“ eingefunden, wo sie bereits der heilige Mann aus Tours hoch zu Ross erwartete und die „Taubenseebläser“ einige Musikstücke intonierten.
Nach der Begrüßung durch Pfarrer Otto Stangl zog eine lange Prozession den Kirchberg hinauf, dabei stimmte Pastoralreferent Georg Gruber passende Lieder an. Mitgetragen wurden auch drei symbolträchtige große Laternen, eine für alle Kinder, eine für die Alten und Kranken sowie eine für die Menschen dieser Erde. Im Rahmen einer Andacht in der Pfarrkirche wurde dann das Leben des hilfsbereiten Heiligen erzählt, untermalt von szenischen Darstellungen durch zwei Oberministranten. Den Abschluss bildete noch ein kleiner Empfang im Pfarrzentrum, wo sich die Kleinen bei einem Kinderpunsch erwärmen und Kekse genießen konnten.