Am vergangenen Mittwoch konnte Altabt Gregor Zasche aus Scheftlarn 74 jungen Ruhpoldingerinnen und Ruhpoldingern in der Pfarrkirche St. Georg das Sakrament der Firmung spenden, auf die sie schon seit Januar in neun Firmgruppen mit 21 Firmbegleiterinnen unter Leitung von Pastoralreferent Georg Gruber vorbereitet wurden. Der Firmspender war zum ersten Mal in Ruhpolding. Gemeinsam mit ihren Paten, Firmhelfern, Verwandten und dem Altardienst mit Pfarrer Otto Stangl und Geistlichem Rat Bernhard Schweiger zogen die jungen Christen in die Pfarrkirche zum Festgottesdienst ein, der vom Ruhpoldinger Kirchenchor musikalisch mitgestaltet wurde.
„Ich freue mich hier einen „Feuerwehreinsatz“ machen dürfen“, sagte der Abt eingangs, denn Weihbischof Bischof musste kurzfristig wegen eines nicht aufschiebbaren Umzugstermins sein Firmspendung absagen. In seiner eindrucksvollen, ansprechenden Predigt ging Abt Zasche auf den heiligen Geist ein, der „nicht der Erfüllungsgehilfe für manche Schwierigkeiten im Leben“ sei. Er sei vielmehr „wie ein Navi im Auto, bei dem man zwar selbst fahren muss, der heilige Geist aber hilft, das Ziel zu erreichen“, rief er den jungen Christen zu. Dann spendete er mit sehr persönlichen Worten an die Firmlinge und Paten den Firmsegen. Als schöne Geste der Dankbarkeit wurde gegen Ende des Festgottesdienstes jeder Firmhelferin noch eine Rose überreicht. Danach hatten alle Gekommenen noch die Gelegenheit, bei einem Sehempfang in der Aula des Pfarrzentrums persönliche Worte mit Altabt Gregor Zasche zu wechseln.
Allein 62 Pilger gingen unter Leitung von Christian Burghartswieser, Wolfgang Heigermoser und Sepp Egger auf dem anstrengenden, langen Weg vom Staubfall über das Heutal und die Loferer Alm zum Wallfahrtsort.
Über viele Wochen konnte die Brut und die Aufzucht der Turmfalken von St. Georg live beobachtet werden. Jetzt sind die jungen Greifvögel der Vogeleltern „Georg und Georgine“, gut vorbereitet auf das selbständige Leben, ausgeflogen. Damit das auch im Livestream zu sehen war, hat sich der „Vogelbeauftragte“ der Kirchenverwaltung, Hubert Braxenthaler, Gedanken gemacht, wie das zu bewerkstelligen wäre. Kurzerhand fand er mit Fritzi Kecht den geeigneten Fachmann, der auch prompt eine kleine Kamera ganz in der Nähe des Nestes über der Sakristei der Kirche installierte.
Dieses Engagement für die Turmfalken fand jetzt eine besondere Auszeichnung. Der Naturschutzbund Deutschland, der Landesbund für Vogelschutz in Bayern und der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen verliehen der Pfarrei St. Georg die Urkunde mit der Auszeichnung für den „Lebensraum Kirche“ und der dazugehörigen Plakette. Stolz konnten kürzlich die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und „Sekretärin des Vogelschutzbeauftragten“, Gisela Hunklinger, sowie „Kameramann“ Fritzi Kecht und der „Vogelbeauftragte“ Hubert Braxenthaler diese Auszeichnung mit dem „Dank und der Anerkennung für ihr besonderes Engagement im Natur- und Artenschutz“ präsentieren. In diesem Zusammenhang sicherten sie zu, auch in der nächsten Brutsaison wieder für eine „Direktübertragung“ aus dem Greifvogelgelege sorgen zu wollen.
Ein eindrucksvolles Bekenntnis zum christlichen Glauben in Verbindung mit alpenländischer Tradition und Brauchtum war wieder das Fronleichnamsfest in Ruhpolding. Nach dem festlichen Gottesdienst am Musikpavillon im Kurpark zog die Prozession durch die geschmückten Straßen des Ortes. Daran nahmen neben dem Altardienst die Ortsvereine mit ihren Trachten und Fahnen, begleitet von den beiden Musikkapellen, die Kommunionkinder und die Honoratioren der Gemeinde und der Pfarrgemeinde sowie die Ordensschwestern teil. Die Paktisten trugen die große Statue des heiligen Georgs mit, genauso wie die Frauen der Trachtenvereine und die Kinder die Madonnenfiguren. Die goldene Monstranz wurde unter dem Baldachin von Pfarrer Otto Stangl mitgetragen und an den vier Freialtären wurden die Evangelien verlesen und Fürbitten vorgetragen. Die Fronleichnamsprozession war begleitet vom Glockengeläut und von Böllerschüssen und endete schließlich an der Pfarrkirche St. Georg.