4.f)
Mathematisches Grundverständnis In der Kita erobern die Kinder das mathematische Grundverständnis spielerisch, mit Fantasie, Spaß und Freude. Im Alltag sowie in Projekten finden sich viele Gelegenheiten, Erfahrungen mit Raum und Zeit, Ordnen, Vergleichen, Messen. Mengen und Größen zu machen. Den Zahlen begegnen wir täglich in der Kita, dazu gehört z.B.
- Das Durchzählen der Kinder im Morgenkreis
- Zu Zweit anfassen, wenn wir spazieren gehen
- Zu Zweit nebeneinander an der Treppe warten, bis alle fertig sind
- Unsere Treppenstufen sind gezählt und mit Ziffern entsprechend gekennzeichnet
- Es werden Würfelspiele gespielt, das Würfelbild wird gezählt und von älteren Kindern auch schon simultan erfasst.
- Beim Tisch decken soll eine bestimmte Anzahl von Tellern und Tassen aufgedeckt werden.
Wichtig ist aber auch die Sprache für das mathematische Grundverständnis. Abzählverse bzw. -reime, Fingerspiele, Lieder, usw. tragen dazu bei.
Die Raumlage, die Orientierung im Raum ist ebenfalls von großer Bedeutung. Das Erkennen und Benennen von links und rechts, oben und unten, vor und dahinter; all diese Dinge erfahren die Kinder beim Spielen in der Turnhalle, im Garten oder im Wald.
Dass geometrische Formen unser tägliches Leben begleiten, erleben die Kinder ebenfalls. Ein Teller ist rund, ein Reifen auch, das Fenster ist eckig, ein Blatt Papier ebenfalls. Ein quadratisches Blatt Papier, in der Mitte gefaltet, wird auf einmal ein Rechteck und wenn wir auf dem Quadrat ein Hausdach bauen wollen, falten wir es dreieckig.
Länge und Höhe begegnet den Kindern, wenn sie sich mit kleineren oder größeren Kindern messen und vergleichen. Und auf dem Bauteppich können sie sich mit langen oder kurzen, dicken oder dünnen Bausteinen etwas gestalten. Die alltäglichen mathematischen Aktivitäten animieren die Kinder zum eigenen Denken und Ausprobieren.
4.g)
Ästhetische BildungÄsthetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen und Empfinden. Von Beginn an nimmt ein Kind durch Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen Kontakt zu seiner Umwelt auf, und zwar mit der Gesamtheit seiner Sinne. Um die Welt kennen und verstehen zu lernen,
beschreiten die Kinder eigene Wege mit unterschiedlichen Mitteln. Sie zeichnen, malen, arbeiten mit Ton, kneten, kleben, tuschen, usw.. Wir stellen den Kindern mit Papier, Wasser, Sand, Naturmaterialien, Klebstoff und Schere, das nötige Material zur Verfügung. So haben sie die Möglichkeit, auf kreative Art und Weise damit umzugehen.
Diese kreativen Tätigkeiten haben Verbindung zu zwei unterschiedlichen Erkenntnisebenen:
Erfahrungsebene:
Z.B: Aus Blau und Gelb wird Grün
Viel Wasser benutzen - die Farbe wird heller
Mit Wasser wird die Farbe dünner
Empfindungsebene:
Das ist mein Bild und es ist schön oder es gefällt mir nicht.
Es fühlt sich klebrig, kalt, warm, weich oder hart an.
All diese Erfahrungen wecken die Kunst des Staunens und die Freude über neue Entdeckungen und Empfindungen.
Neben der Malecke bieten wir weitere Darstellungsmöglichkeiten in Musik und Tanz oder Theater und Pantomime an. Im Morgenkreis oder in einem Projekt lernen die Kinder, sich und ihre Empfindungen zum Ausdruck zu bringen.
4.h)
Natur und Lebenswelt In unserer Kita haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten, sich mit der Natur auseinander zu setzen. Unser Außengelände bietet Erde, Sand, Wasser, Bäume und Gebüsch zum Erforschen an, so dass wir zu jeder Jahreszeit die Veränderungen der Natur beobachten können. Kälte und Wärme, Licht und Schatten, Steigung und Gefälle und vieles mehr kann über die Gefühle aufgenommen werden. Pflanzen und Naturphänomene fordern die Kinder zum Experimentieren heraus und wir können uns mit den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde beschäftigen. Auch Tiere gehören zum ökologischen System, sei es im Wald oder in der Wüste. Die Tiere, die wir nicht in unserer Nähe haben, können wir über Wissensbücher oder Computer kennen lernen. Der Kontakt zu Tieren entsteht bei Besuchen, wobei die Kinder über die Vielfalt und Schönheit staunen und sich eine Meinung über die Haltung bilden können.
Auch das weitere Umfeld wird erkundet; es gibt die Kirche, die Schule, einen Schreiner, eine Bäckerei...Unendlich viele Fragen sind damit verbunden und alle Sinne werden geschult.
4.i)
Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz Unser Kindergarten steht unter katholischer Trägerschaft, deshalb beinhaltet die religiöse Erziehung eine christlich-katholische Ausprägung. Andersgläubige werden selbstverständlich gerne aufgenommen, müssen aber die religiöse Erziehung akzeptieren, bzw. dulden.
Das Kind lernt christliche Wertvorstellungen kennen:
Den liebenden Gott, den nahen Gott, den ansprechenden Gott, Nächstenliebe.
Es lernt Gott als Schöpfer und Urheber des Lebens kennen und dafür zu danken.
Schon von klein auf spüren Kinder Glück und Trauer, Geborgenheit und Verlassenheit, Vertrauen und Angst. Dies sind existenzielle Erfahrungen, die alle Menschen in ihrem Leben machen und die von kleinen Kindern intensiv erlebt werden.
In unserer Kita sollen die Kinder vorrangig positive Grunderfahrungen machen; Geborgenheit, Vertrauen und Angenommen sein, sowie auch Stolz und Freude sind die wichtigsten. Sie sind eine wertvolle Basis, um den Spannungen in der Welt gewachsen zu sein. Die Kinder brauchen eine stabile und sichere Bindung. Alle Mitarbeiter/Innen nehmen ihre Verantwortung wahr, den Kindern eine gute Begleitung zu sein. Sie stellen sich den Warum- und Woher-Fragen und begeben sich mit dem Kind auf die Suche nach Antworten. Die Kinder lernen Werte kennen; sie erfahren Toleranz, Solidarität mit anderen, die Achtung
vor der Um- und Mitwelt und den Mitmenschen hautnah. Dies geschieht im Miteinander, durch das Vorbild der Erwachsenen und durch gelebte Demokratie in der Kita.
Erst wenn sich das Kind in seiner neuen Umgebung wohl fühlt, kann es sich frei entfalten, mitarbeiten, reifen, wachsen und Entscheidungen treffen