FreizeitgestaltungViele Asylbewerber leiden darunter, keiner Beschäftigung oder Arbeit nachgehen zu können. Die Langeweile und ihre unsicheren Perspektiven machen sie oft mutlos, manchmal auch aggressiv. Ehrenamtliche können hier Freizeitmöglichkeiten wie die Teilnahme am Sport in örtlichen Vereinen, Deutschkurse oder kulturelle Aktivitäten organisieren.
Patenschaften
In vielen Helferkreisen haben sich Paten bewährt. Eine Person aus der Pfarrei oder dem Helferkreis kümmert sich jeweils um eine Familie oder um mehrere Flüchtlinge, die in der Gemeinschaftsunterkunft leben. Entscheidend ist dabei, dass es gelingt, ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen.
Hilfen für Kinder und JugendlicheKinder und Jugendliche haben oft Probleme, den Anforderungen in der Schule gerecht zu werden. Durch Bürgerkrieg oder Flucht haben sie manchmal jahrelang keine Schule besucht oder sind Analphabeten, wie zum Beispiel Mädchen aus Somalia oder Afghanistan, denen ein Schulbesuch verwehrt wurde. Durch Hausaufgabenhilfe, die die Pfarrei in Unterkünften oder den Räumen der Pfarrei organisiert, können die Kinder und Jugendlichen besser mitkommen und lernen so die deutsche Sprache.
Dabei können Paten sehr hilfreich sein und als Ansprechpartner für Lehrkräfte zur Verfügung stehen, beziehungsweise zwischen Schule und Eltern vermitteln. Insbesondere beim Aufbau von Paten-Beziehungen und vergleichbaren „Tandems“ mit Kindern und Jugendlichen (die sehr hilfreich sein können!) ist es wichtig, die üblichen Vorschriften zum Schutz vor Übergriffen zu beachten.
Jeder, der sich bei Caritas und Kirche ehrenamtlich mit Kindern oder Jugendlichen beschäftigt, mit ihnen spielt oder arbeitet, muss ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
Sprache lernen
Formelle Sprachkurse werden nicht an allen Wohnorten der Asylbewerber angeboten. Der Unterstützung des Spracherwerbs durch Ehrenamtliche kommt deshalb besondere Bedeutung zu. Bei Bedarf können Sprachkurse organisiert werden, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den katholischen Bildungswerken.
Auch nach Besuch eines Sprachkurses können die erworbenen Deutschkenntnisse aber nur durch Konversation gefestigt und erweitert werden.
Asylotheken
Für Pfarr- und Gemeindebüchereien hat der St. Michaelsbund so genannte Asylotheken bereitgestellt. Bücher in der Muttersprache der Flüchtlinge oder in Englisch und Französisch können dort von den Flüchtlingen ebenso ausgeliehen werden wie Wörterbücher. Mit den Asylotheken geben die Büchereien den Menschen die Möglichkeit, für sie verständliche Bücher in ihrer Muttersprache auszuleihen und so am örtlichen Leben teilzuhaben und sich zu integrieren.
Weitere Infos hierzu finden Sie auf den Seiten des St. Michaelsbundes
"Treffpunkt Bücherei: Herzlich Willkommen!" Hilfen durch die Katholischen Bildungswerke Bei der Planung von Bildungsveranstaltungen erhalten Pfarreien und Verbände Unterstützung bei den Katholischen Bildungswerken. Diese bieten oft Qualifizierungs-und Fortbildungsprogramme für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit an. In der Regel sind diese Programme modulartig aufgebaut, finden dezentral statt und werden in mehreren Zyklen abhängig von der Nachfrage wiederholt. Ein wichtiges Ziel ist die Unterstützung und Stabilisierung der Helferkreise, wozu insbesondere Supervisionen angeboten werden.
Ein weiterer bedeutender Bereich ist die Allgemeine Bildungsarbeit zu interkulturellen und interreligiösen Themen. Diese Maßnahmen werden ebenso wie die Grundqualifizierung von Flüchtlingen und die Teilnahme von Flüchtlingsfamilien am Eltern-Kind-Programm (EKP®) durch die Fördermittel für Flüchtlinge der Erzdiözese unterstützt.
Die Bildungswerke finden Sie unter
www.keb-muenchen.de. Hier finden Sie auch eine Übersicht der katholischen Kreisbildungswerke.
WohnenWohnen ist ein wichtiger Bestandteil der Integration. In Gemeinschaftsunterkünften als auch in dezentralen Wohnungen ist die Hilfe der Ehrenamtlichen für die Asylbewerber gefragt. Viele Flüchtlinge mussten ihr Hab und Gut auf der Flucht zurücklassen und kommen in Deutschland nur mit einer Plastiktüte an.
Es stehen den Asylbewerbern elementare Haushalts- und Einrichtungsgegenstände wie Bett, Schrank, Töpfe etc. zur Verfügung. Weitergehende Alltagsgegenstände wie auch Kleidung, die durch Gemeinden oder Unterstützerkreise gesammelt werden, müssen genau geprüft werden, welche tatsächlich benötigt werden und in welchem Zustand sie sich befinden.
Die Funktion einer Waschmaschine, eines Kühlschranks, einer Mikrowelle, die Mülltrennung oder die Einhaltung von Ruhezeiten können Flüchtlingen und Asylbewerbern unbekannt oder fremd sein. Auch der Lebensrhythmus, die Vorstellung von Kindererziehung und Geschlechterrollen und andere Elemente der Alltagskultur können sich ebenfalls von den unsrigen unterscheiden.
Dies und die beengten Wohnmöglichkeiten führen dazu, dass es immer wieder zu Schwierigkeiten und Konflikten kommt. Ehrenamtliche, die hier mit Hartnäckigkeit und Konsequenz die Regeln unseres Zusammenlebens erklären, erweisen den Flüchtlingen einen großen Dienst.
Besonders Kinder leiden oft unter dem mangelnden Platz. Auch hier sind Ehrenamtliche gefragt, die mit den Kindern spielen, basteln und Ausflüge unternehmen.
Wohnen auf dem freien MarktAuszugsberechtigte Asylbewerber wie auch anerkannte Flüchtlinge müssen sich eine Wohnung auf dem freien Markt suchen. Hier sind sie besonders auf die Unterstützung von Einheimischen angewiesen. Diese können bei der Wohnungssuche helfen, bei den Kontakten mit Vermietern vermitteln und bei den Formalitäten helfen. Beim Auszug aus Unterkünften in Privatwohnungen fehlt es Asylbewerbern und Flüchtlingen meist an Einrichtungsgegenständen. Wichtig ist dann, mit den Flüchtlingen den genauen Bedarf und den Zustand der Dinge zu prüfen.