Neben den Workshops bieten auch liebevoll gestaltete Schaukästen Einblick in das frühere Klosterleben - hier aus der Küche. (Bild: SMB / Dittmar
„Da musst du unbedingt mal hin!“ „Die Ausstellung lohnt sich wirklich!“ „Und essen kann man da so gut – auch im Garten.“ Seit dem Beginn der Sonderausstellung „Klausur – Sehnsuchtsort Kloster“ 2016 hörte ich immer wieder, wie beeindruckt Bekannte und Kollegen nach einem Besuch in Beuerberg waren. Doch bis Anfang Mai hatte ich keine Gelegenheit für einen Ausflug dorthin gefunden, konnte mir auch nur schwer vorstellen, was es dort zu erleben gäbe. Bis ich das aktuelle Programm zur Neuauflage der Ausstellung sah: Themenführungen, kreative und informative Workshops, gute regionale Küche. Da sprach vieles für ein Hinfahren und Ausprobieren.
Ich entschied mich für den Kurs „Morsellen selbst herstellen – keine bitteren Pillen“. Natürlich wusste ich nicht, was Morsellen sind – nämlich kleines, magenstärkendes Zuckerwerk, das im Klosteralltag als Träger für bittere Medizin diente. Morsellen gab es bereits im Mittelalter und waren sehr kostbar, da sie mit Zutaten hergestellt wurden, die rar und teuer waren - wie zum Beispiel Zucker, Safran, Zimt und andere Gewürze.
Jede Wissenslücke rund um die Morsellen wusste die Apothekerin Sibylle Reinicke zu schließen. Sie war maßgeblich daran beteiligt, die alte Klosterapotheke für die Ausstellung wieder so einzurichten, wie sie einmal war, und leitet heute Kurse rund um Arzneien und Kräuter. Mit einer Einführung in die Historie der Apotheke in Beuerberg begann auch unser Kurs. Spannend aber wurde es schließlich in der „Morsellen-Werkstatt“, in der wir das Naschwerk selbst zubereiten sollten.
fertige Morsellen in kleinen Tütchen hübsch verpackt (Bild: SMB / Dittmar)
Auf den Fluren des Klosters duftete es bereits nach Frischgebackenem. Kein Wunder, denn, wie das Programmheft verriet, Bäckermeister Michael Matschuk lädt hier immer wieder sonntags zum Backen ein. Dieses Angebot und der Duft seiner Kleinbrote und traditionellen Feiertagsgebäcke ist so verlockend, dass er nicht nur Gäste von außerhalb, sondern auch die Kinder aus dem Ort zum Mitbacken verführt.
Verführerisch duftete es aber auch bei Sibylle Reinicke. Die hatte neben einem Rezept für die Morsellen auch alle Zutaten mitgebracht: Nelken, Kardamom, Mandeln, Zitronat, Ingwer etc. „Da viel Gewürz auf einmal aber nach nichts schmeckt, muss noch ordentlich Zucker drum herum. Der hält am Ende auch alles zusammen“, weiß die Apothekerin. Der Zucker wurde mit etwas Wasser zum Kochen gebracht und aufgelöst, anschließend mit den schmackhaften Zutaten vorsichtig verrührt und in Form gegossen. Fast wie im Advent roch es in der kleinen Werkstatt – und schmeckte auch so.
Wer nach dem Kurs richtig Appetit bekommen hatte, kehrte noch in der Klosterküche im ehemaligen Refektorium ein, die extra für die Ausstellung wieder in Betrieb genommen wurde. Hier gibt es saisonale Köstlichkeiten aus der Region und aus dem Kräuter- und Gemüsegarten des Klosters. Über dessen Geschichte wissen sogar die Wirtinnen Bescheid und beantworten gern auch mal direkt am Tisch so manche Frage.
Für ein besonderes Andenken lohnt sich abschließend noch ein Besuch im Klosterladen. Hier kann man den berühmten Löwenzahnlikör von Kloster Beuerberg erwerben. Aber auch Spiele, Malbücher, ansprechend gestaltete Heiligenbilder und Votivgaben, aber auch Kerzen und hochwertige Leinentücher.
Wer die Chance für einen Besuch im Kloster Beuerberg und die Teilnahme an einem der Workshops nutzen möchte, hat bis Anfang Oktober noch die Gelegenheit. Ausführliche Informationen und das aktuelle Programmheft findet man unter
www.dimu-freising.deText: Anja Dittmar