Im Heiligen Jahr 1600 unternahm der junge Georg Schaur (1579-1652) aus Rosenheim eine Wallfahrt nach Rom und Loreto. Als der spätere Gastwirt und Bürgermeister in dem Wallfahrtsort an der Adria schwer erkrankte, gelobte er bei glücklicher Rückkehr in seinem Heimatort eine Kapelle entsprechend der Casa Santa, dem Haus der hl. Maria, zu erbauen. Nach drei Jahrzehnten konnten Georg Schaur und seine Frau Margaretha Kall (gestorben 1637) den gelobten Kapellenbau finanzieren, doch der Einfall der Schweden 1632 im Dreißigjährigen Krieg und der Ausbruch der Pest 1634 verhinderten jeweils den Baubeginn.
Text: Dr. Evelyn Frick, Rosenheim
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„Rettet die Loretokirche!“
So war der Artikel im letzten Journal überschrieben, der auf die extreme Sanierungsbedürftigkeit unseres kirchlichen Kleinods am Rande der gleichnamigen Wiese hinweisen wollte. Inzwischen sind die Gerüste abgebaut und die Restaurierungsmaßnahmen beendet. Man kann wirklich sagen, dass die Wallfahrtskirche nicht nur sehr schön geworden ist, sondern darüber hinaus in ihrem Bestand über die nächsten Jahrzehnte gesichert ist.
Der größte Problempunkt war zweifellos das Dach. Eine Neueindeckung war erforderlich, der Dachstuhl zeigte Schwächen. Dass er aber so marode ist wie im neben stehenden Bild (Würfelbruch), war bei den Probeöffnungen nicht zu sehen. Das Gesims neben den Dachpfetten war nur noch leicht mit dem Mauerwerk verbunden. Ein ordentlicher Sturm hätte in nächster Zeit genügt, um das ganze nach unten fallen zu lassen. An die Folgen für Menschen, die sich gerade neben der Kirche befunden hätten, mag man gar nicht denken.
Da das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz steht, durfte kein komplett neuer Dachstuhl aufgesetzt werden, sondern in Kleinarbeit musste der bestehende amputiert, metallisch verstärkt, angestückelt und mit Holzleisten ausgeglichen werden, um eine Neueindeckung zu ermöglichen.
Ein weiteres großes Problem bescherten die durchfeuchteten Wände. Muffigkeit und Schimmelbildung waren im gesamten Gebäude, am meisten aber in der Sakristei, spürbar. Ein alter Rosenheimer versuchte mich zu besänftigen und meinte: „Herr Pfarrer, vor 55 Jahren habe ich in dieser Kirche geheiratet. Schon damals muffelte die Sakristei.“
Hätten Architekt und Gerüstbauer nicht ein künstliches Dach über das gesamte Gebäude gesetzt, der starke Regen während des Hochwassers und der Hagelschlag im Juni 2013 hätten der Kirche den Garaus gemacht.
Das Benefiziatenhaus ist nun baulich wie energetisch auf aktuellem Stand, das Mesnerehepaar muss nun nicht mehr den Besuch von Ameisen in sämtlichen Räumen fürchten. In der Sakristei kann man wieder richtig durchatmen. Unter Anleitung von Frau Dr. Evelyn Frick wird ein kleines Museum eingerichtet mit Devotionalien aus der Rokoko-Zeit und dem 19. Jahrhundert. Das Kirchengebäude wurde im Innern vom Schmutz an Decken und Wänden befreit.
Trotz des Mehraufwandes bei der Sanierung (Dachstuhl. Gesimse, Bauverzögerung von 5 Monaten) bleiben die Kosten im Rahmen. Nachdem die Gesamtsanierung ein so wunderschönes Ergebnis gebracht hat,s tellt sich natürlich die Frage der Innenrenovierung. Die Deckenfresken und die Wände sind ebenso wie der Altar stark verschmutzt. Teile des Gestühls haben durch die Feuchtigkeitseinwirkungen stark gelitten. Die Innenrenovierung würde mit einem Kostenumfang von € 60.000 möglich sein. Die Kirchenverwaltung hat sich dazu entschlossen. Allerdings brauchen wir dafür weitere Spenden. Diese können im Pfarrbüro eingezahlt oder auf unser Konto bei der LIGA Bank (IBAN DE68 7509 0300 0002 1010 84, BIC GENODEF1M05), Kennwort „Loreto“, überwiesen werden.
. Ich würde mich freuen, wenn die Rosenheimer Bevölkerung weiterhin diese Kapelle so häufig besucht. Viele Paare haben sich in dieser Kirche das Ja-Wort gegeben, eine große Schar von Schülerinnen und Schülern des Karolinen-Gymnasiums und der Mädchen-Realschule beteten in ihr, wenn eine Schulaufgabe oder ein schweres Examen bevorstand.
Vergelt’s Gott für alle bisherigen und künftigen Gaben
Ihr Pfarrer Andreas M. Zach
jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat Hl. Messe
(außer an Feiertagen)