24.05.2018
In den vergangenen Tagen haben die Christen das Pfingstfest gefeiert, die Gegenwart des guten Geistes Gottes. Doch was soll der bewirken? Ein ganz eigenartiger Vorschlag: Meine Fragepraxis von warum auf wozu umstellen, denn es entstehen dadurch ganz unterschiedliche Situationen. Das warum ist in die Vergangenheit oder auf gesetzmäßig genormte Aktionen gerichtet, die meist nicht mehr verändert werden können. Z.B. warum lebe ich? Weil ich geboren wurde. Doch wozu lebe ich? Diese Frage ist in die Zukunft gerichtet und verlangt Entscheidungen und ermöglicht ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten. Diese Frage kann ich nicht eindeutig beantworten.
Dazu möchte der gute Geist aufrufen, die unterschiedlichen Lebensarten und Fähigkeiten von den Menschen als Reichtum zu sehen und nicht als Gefahr. Wir brauchen vor dem Fremden, dem Unbekannten keine Angst haben, wenn jeder sein Können zum Wohl der anderen einbringt. Dabei geht es auch nicht darum, was ist wichtiger? Was ist überflüssig? Um dieses gute Miteinander zu fördern brauchen wir den guten Geist, nicht nur wir Christen, sondern alle Menschen, die mit uns leben. Suchen wir gemeinsam diesen guten Geist und gestalten mit seiner Hilfe unsere Zukunft.
01. März 2018
Der Sport hat uns die letzten Tage viel Freude und Begeisterung beschert. Die erfolgreiche Teilnahme der deutschen Sportlerinnen und Sportler an den Olympischen Winterspielen in Südkorea und die besondere Freude in der Gemeinde Gaißach. Das ist gut so und beflügelt wieder Alt und Jung zu schwungvollem Leben. Andererseits hören wir aus Südkorea, dass wegen der Durchführung der Winterspiele ein uralter, den Koreanern heiliger Wald, mit viel Geld unwiederbringlich zerstört wurde, um die Abfahrtspisten zu bauen.
Anderes Thema. Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in den „Tafeln“ und sonstigen Aktionen um hilfsbedürftige Einheimische und Ausländer. Ihnen gebührt Dank und Anerkennung. Deren Arbeit wird aber von der Politik zu wenig gefördert, auch manche, gutetablierte Bürgerinnen und Bürger unseres Landes sehen diese Hilfestellungen sehr kritisch.
In Syrien sterben täglich hunderte Menschen durch einen grausamen Krieg. In absolut sicheren Gebäuden diskutieren Verantwortliche über 5 Stunden Waffenruhe täglich und 19 Stunden vernichtenden Krieg.
Warum beschreibe ich diese Gegensätze? Die Menschen auf dieser Welt haben so viel Fachwissen, technische Möglichkeiten und genügend Geld , dass sie für alle ein friedvolles Leben gestalten könnten. Machtsucht und Geldgier, nicht nur bei den sogenannten „Oberen“, bis hinab in die Reihen der einfachen Menschen, verhindert das. Vor 70 Jahren haben die Deutschen gemeinsam begonnen ihr Land aus dem Trümmerhaufen des Krieges zu einem blühenden Land zu verwandeln. Heute leben wir in blühendem Wohlstand. Wohlstand verpflichtet, der jetzige Umgang mit Wohlstand zerstört aber derzeit diese Welt und uns Menschen.
Februar 2018
Vor einigen Jahren kam der Kindesmissbrauch an die Öffentlichkeit. Er ist bis heute nicht zufriedenstellend aufgearbeitet, weder bei der Kirche, noch im Sport, der Schule oder in den eigenen Familien. Jetzt gibt es einen neuen Aufschrei. Missbrauch in der Filmbranche! Wie beim Ausbruch eines mächtigen Vulkanes wird der ganze Dreck und Schmutz in den Himmel geschleudert. Berechtigte Aufregung? Wir alle wissen, dass es Machtmissbrauch immer schon gab, in den verschiedensten Abhängigkeitsfeldern: bei der Arbeit, in der Schule, beim Sport (Doping) in der Kirche und , wer hätte das nicht schon selbst erlebt, in der eigenen Familie. Dabei können „Unterdrückte“ für die Durchsetzung ihres Willens auch manchmal durchsetzungskräftige Verhaltensweisen an den Tag legen. Diese jetzige große Aufregung, so sage ich, ist etwas gekünstelt. Es wird etwas scharf angeprangert, was viele im Unterbewusstsein ja wussten und duldeten. Wenn es andere trifft schweige ich, schaue ich weg, damit ich möglichst lange meine eigenen Vorteile nutzen kann.
Wie also damit umgehen? Schnell ein paar Gesetze verschärfen hilft nichts. Unser Freiheitsgedanke muss überdacht werden, denn die schwierigste Lebensform ist das Leben in Freiheit, ohne möglichst viele Vorschriften. Dabei hört aber meine Freiheit dort auf, wo ich die Freiheit des anderen tangiere. Absolute Freiheit gibt es nicht! Die Kunst frei zu leben bedeutet: ich muss die Freiheit des anderen in meine Freiheitsgestaltung einbauen. Behilflich dabei könnten die christlichen Werte sein. Jesus sagt, ich bin nicht gekommen, um die Gesetze aufzuheben, wenn ihr aber mit möglichst wenig Gesetze leben wollt , gelten drei Grundregeln. Erstens: Du musst die „Grundkraft allen Lebens“ wir nennen es Gott, achten und ehren. Zweitens: Du musst deinen Mitmensch im Blickfeld haben, durch Werte der Nächstenliebe das Leben gemeinsam gestalten. Drittens: Du musst dich selbst mögen, ohne egoistische Eigenliebe. So kurz sagt es Jesus den Menschen, eigentlich für alle Menschen sehr verständlich. Frei sind entweder wir alle, oder wir alle sind versklavt mit unserem ungezügelten Freiheitsdenken. Nicht mitheulen! Sich bewusst machen: Ich persönlich gestalte Freiheit oder Machtmissbrauch in der heutigen Gesellschaft mit durch mein Verhalten.