Liebe Pfarrgemeinde,
am Pfingstwochenende hat Sie unser Pfarrer gebeten eine kleine Umfrage auszufüllen, was die meisten von Ihnen auch getan haben, und dafür sei Ihnen recht herzlich danke gesagt. Gefragt wurde, ob Sie Unheil befürchten würden, wenn Sie nicht regelmäßig beten oder in die Kirche gehen würden.
Eine Studentin der Religionspädagogik in Freiburg im Breisgau aus unserem Pfarrverband, schreibt eine Arbeit über Siegmund Freud, der behauptet hat, die christliche Religion sei mit einer Zwangsneurose zu vergleichen. Ein wesentlicher Punkt seiner Argumentation ist, dass der Gläubige ähnlich dem normalen Neurotiker sein Zeremoniell in erster Linie aus Angst vor einem ansonsten drohenden Unheil ausübt. Die These der Studentin ist, dass Freud diese Beobachtung als Kind seiner Zeit gemacht hat, in der die Menschen religiös ganz anders erzogen wurden. Sie geht davon aus – und das zeigt auch die Umfrage – dass ein solches Denken bei den Besuchern unserer Kirchen heute nur selten anzutreffen ist.
Die Ergebnisse der Umfrage liegen uns nun vor, und deswegen wollen wir sie auch hier gerne veröffentlichen. Manche von Ihnen haben sich vielleicht gefragt, warum das Alter 0 – 20 eigentlich nicht in der Abfrage vorgesehen war. Das liegt daran, dass bekannte entwicklungspsychologische Vorgänge das Urteil in dieser Phase beeinflussen. Das sieht man auch relativ gut am Ergebnis. Wer sich dafür interessiert wird zum Beispiel bei den Autoren Fritz Oser und Paul Gmünder in ihrer Arbeit „Der Menschen - Stufen seiner religiösen Entwicklung“ fündig.
Für Ihre rege Teilnahme sei Ihnen noch mal ein herzliches Vergelt´s Gott gesagt.
Gemeindereferent Robert Anzinger