Jetzt wird wieder eifrig gegrillt und an manchen Abenden liegt halb Untermenzing unter einer Dunstglocke von Halsgrat und Grillwürstl. Unsere Pfarreien, die Schulen, Kindergärten und Vereine haben ihre Sommerfeste, so dass es an einigen Wochenenden richtig eng wird: Deutschland einig Partyland!
Wie die Evangelien erzählen, hat auch Jesus gerne bei Festen mitgemacht. Von seinen Gegnern wurde ihm sogar vorgeworfen, er sei „ein Fresser und Säufer“. Viele Evangelienstellen spielen sich während eines gemeinsamen Mahles ab und beim ersten großen Wunder bei der Hochzeit zu Kana geht es bekanntlich um viel Wein. Allerdings war Jesus kein Gewährsmann für eine Party-, Spaß- und Gaudikultur. Ihm geht es immer um den Menschen. Menschen, denen Jesus begegnet, die er anredet und die sich für ihn öffnen. So tut sich für einige seiner Gesprächspartner während des Essens eine völlig neue Welt auf. Aus der menschlichen Begegnung wird Gottesbegegnung. Beim Feiern geht das Reden eben leichter; so war das auch schon vor zweitausend Jahren. Das Wichtigste an allen Festen ist nicht die gelungene Organisation oder der spaßigste Event, sondern dass wir miteinander reden. Wir haben unseren Mund nicht nur zur Nahrungs- und Getränkeaufnahme, sondern vor allem, um miteinander zu sprechen. Die größten Freuden hat man nicht für sich, sondern aneinander. Und vielleicht sehen wir nach manchem Gespräch die Welt auch mit ganz neuen Augen.
Ich wünsche Ihnen also viele gesprächige Abende in diesem Sommer!
Pfarrer Martin Joseph