St. Laurentius, München

Dr. Franz Schreibmayr (1907 - 1985)

Lebenslauf

Franz Schreibmayr wurde am 08.08.1907 in Hannover geboren.
Er trat in das Leipziger Oratorium ein und wechselte in den 30er Jahren nach Berlin, wo er mit den Mitbrüdern ein neues Oratorium gründen wollte.

1945 ging er von Berlin nach München und war Kaplan in Ottobrunn. Er wohnte zusammen mit Klemens Tilmann, Heinrich Kahlefeld und Ernst Tewes zunächst in München-Solln, bevor sie das Oratorium mit der Pfarrei St. Laurentius in München gründeten.

1950 nahm er am katechetischen Kongress in Rom teil und arbeitete zusammen mit Klemens Tilmann am neuen (grünen) Katechismus. Dieser wurde in 30 Sprachen übersetzt. 1958 erhielt er den Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck.

Er war in München bis zu seinem Tod am 17.12.1985 Mitglied des Oratoriums und ist auf deren Friedhof in St. Laurentius in München begraben.
Ein Anliegen von Franz Schreibmayr war die Glaubensverkündigung. Die Arbeit am neuen Katechismus, bei dem nicht die Verkündigung der Dreifaltigkeitslehre am Anfang stand, sondern die Frage "Wozu sind wir auf Erden?" war das Zentrum seiner Tätigkeit. Dies zeigt auch die Bibliographie, die eine große Anzahl von Erläuterungen dieses Katechismus enthält. Den Glauben auch bereits den Kindern nahe zu bringen, lag ihm besonders am Herzen.

Besonderes Augenmerk legte Franz Schreibmayr auf die musikalische Begleitung der sonntäglichen Vesper in St. Laurentius. Er spielte die Orgel, mit besonderer Hingabe Choralvorspiele von J.S. Bach, und leitete die Scholagesänge.
Planung des Kirchenbaus:
Ph.Dessauer, H.Kahlefeld, F. Schreibmayr, E. Steffan (v.l.)
(Quelle: Oratorium des Hl. Philipp Neri in München)

Selbstzeugnisse

Die Aufgabe einer zusammenfassenden Darstellung des christlichen Glaubens war seit der Zeit der christologischen und trinitarischen Kämpfe ... in steigendem Maß an die Theologen übergegangen. So konnte der Eindruck entstehen: man muss Theologe sein, um in den Dingen des Glaubens bewandert zu sein. In Wirklichkeit gehört es zum Wesen der Guten Nachricht, dass in ihr auch und gerade den Armen, den Kleinen jene von den Propheten verheißene Erkenntnis eröffnet ist, die auch die höchste Wissenschaft nur interpretieren, nicht aber ausschöpfen kann."
"Theologie, die nicht ihr eigenes Geschäft betreibt, sondern Dienst am Glauben und an den Glaubenden ist, ist heute nötiger als früher. Gerade sie weiß jedoch, dass nicht die Theologie und nicht einmal das Bekenntnis die letzte Grundlage des Glaubens ist, sondern die Erfahrung der Jünger, jener Fischer und Zöllner, und damit das ganz menschliche, nicht auszuschöpfende Wort Jesu, seine Zuwendung zu den Mühseligen und Beladenen, sein Weg durch die äußerste Tiefe menschlicher Erniedrigung.


Franz Schreibmayr: Wovon der Glaube lebt, Frankfurt/Main 1973, S. 15

Bücherliste

a) zum Katholischen Katechismus

F. Schreibmayr und K. Tilmann: Handbuch zum Katholischen Katechismus. Bd. 1.
Von Gott und unsrer Erlösung?
Halbbd. 1. Lehrstücke 1 bis 21, Herder, Freiburg 1955

F. Schreibmayr und K. Tilmann: Handbuch zum Katholischen Katechismus. Bd. 1.
Von Gott und unsrer Erlösung?
Halbbd. 2. Lehrstücke 22 bis 44, Herder, Freiburg 1965

F. Schreibmayr und K. Tilmann: Handbuch zum Katholischen Katechismus. Bd. 2.
Von der Kirche und den Sakramenten?
Halbbd. 1. Lehrstücke 45 bis 68, Herder, Freiburg 1964

F. Schreibmayr und K. Tilmann: Handbuch zum Katholischen Katechismus. Bd. 2.
Von der Kirche und den Sakramenten?
Halbbd. 2. Lehrstücke 69 bis 90, Herder, Freiburg 1964

F. Schreibmayr und K. Tilmann: Handbuch zum Katholischen Katechismus. Bd. 3.
Vom Leben nach den Geboten Gottes: Von den letzten Dingen?
Halbbd. 1. Lehrstücke 91 bis 113, Herder, Freiburg 1963

F. Schreibmayr und K. Tilmann: Handbuch zum Katholischen Katechismus. Bd. 3.
Vom Leben nach den Geboten Gottes: Von den letzten Dingen?
Halbbd. 2. Lehrstücke 114 bis 136, Herder, Freiburg 1962

Franz Schreibmayr:
Christlicher Glaube in unserer Zeit : Neuer Katechismus, neue Möglichkeiten.
Die Vorträge des Religionspädagogischen Kurses 1969 in Cassianeum Donauwörth /Donauwörth 1970

Walter Kasper, Rudolf Schnackenburg, Franz Schreibmayr: Einführung in den Katholischen Erwachsenenkatechismus,
Patmos, Düsseldorf 1985, Schriften der Katholischen Akademie in Bayern, herausgegeben von Franz Henrich, Bd 118

b) andere Veröffentlichungen

Klemens Tilmann und Franz Schreibmayr:
Die Lehre von Christus.
Werkmaterial zur Glaubensverkündigung in der Jugendkatechese, Haus Altenberg 1949

Franz Schreibmayr: Buße als Heilsvorgang
in: Romano Guardini: Christliche Besinnung.
Eine religiöse Hausbibliothek Bd. 6, Würzburg 1960

Franz Schreibmayr:
Die Bibel im Rahmen der religiösen Unterweisung des Kindes
in Isidor Schindler: Religiöse Erziehung und Unterweisung in der Volksschule, München 1961

Franz Schreibmayr: Christlicher Glaube in unserer Zeit, 1970

Franz Schreibmayr: Wovon der Glaube lebt
Beiträge zur praktischen Theologie, Frankfurt, Knecht 1973.
Die Frage nach dem Kern und der Mitte des Glaubens, durch das Wort des Zweiten Vatikanischen Konzils von der "Hierarchie der Wahrheiten" neu angeregt, wird in dem vorliegenden Buch mit einer Besinnung auf das Geschehen beantwortet, aus dem der christliche Glaube lebt. Es zeigt sich, dass damit elementare Fragen und Nöte des Menschen angesprochen sind.

Gerhard Voss, Georg Schütz, und Franz Schreibmayr:
Wachsende Übereinstimmung in Taufe, Eucharistie und Amt.
Hilfen zur Beschäftigung mit den Lima-Erklärungen, Paderborn, 1984