St. Laurentius, München

Gesänge für den Gottesdienst

Der Gottesdienst in St. Laurentius ist geprägt durch die besonderen liturgischen Gesänge. Sie gehen auf Heinrich Kahlefeld zurück, einen der Mitbegründer des Münchner Oratoriums.

Ziel der liturgischen Erneuerung im 20. Jahrhundert war die von der Kirche geforderte aktive Teilnahme aller Gläubigen am Gottesdienst. Zu dieser Zeit stellte das Hochamt (Choralamt) in lateinischer Sprache mit gregorianischen Gesängen die gängige Form des festlichen Gottesdienstes in der katholischen Kirche dar.

Um diese Form in der erneuerten Liturgie zu bewahren, entwickelte Heinrich Kahlefeld Gesänge für die musikalische Gestaltung des Gemeindegottesdienstes mit folgenden Grundsätzen:
  • die Texte der Psalmen in deutscher Übersetzung (nach Romano Guardini)
  • die Melodien in Anlehnung an die gregorianische Tradition
  • der Gesang im Wechsel zwischen Vorsängern (Schola) und der Gemeinde
Dabei sollte sich die Musik der liturgischen Handlung unterordnen.

Heinrich Kahlefeld schreibt dazu 1951 im Burgbrief der Burg Rothenfels "über das Wesen kultischer Musik":

…Muss man auf Grund der Funktionsgesetze des Kultes nicht verlangen, dass die Musik dem Wort zugeordnet sei und nicht etwa das Wort sich unterwerfe und es gebrauche, um sich selbst zu steigern …, ferner, dass sie den Wortlaut so klar vortrage, dass er als Sprache gehört und als Aussage empfangen werden kann? Es geht darum, nicht etwa ein Werk de rMusik hinzustellen, abgerundet in sich, und es dann als Kostbarkeit Gott zu verehren, sondern darum, im musikalischen Geschehnis selbst sich zu Gott hinüber zu bewegen. Darum muss die Musik im Gottesdienst von ihrer Anlage her bereits „nach oben offen“ sein ….

Zum Schluss seien hier noch zwei Wortmeldungen aus unserer Gemeinde zitiert:

Aus der feierlichen Eucharistiefeier am Sonntag führt eine heilige Spur in den gewöhnlichen Wochenalltag. Die oft gesungenen Psalmen im Gemeindegottesdienst erweisen sich als hilfreicher geistlicher "Wochenvorrat" (Paula Linhart)

"...der Euch gerufen aus der Finsternis in sein wunderbares Licht."
Gregorianische Melodien... sie lassen die Seele mitschwingen, Psalmen und die vertrauten, immer wiederkehrenden Verse stärken und bereichern das Herz. Welch ein Reichtum für Herz und Seele! Welch ein geistlicher Schatz!
"Ich danke Dir, Herr, Du hast mich getröstet!"
(Maria Freifrau von Gagern)