St. Laurentius, München

Profil der Pfarrei

Als Beitrag zum Pfarreiprofil hat die Arbeitsgruppe Zukunftsforum das nachstehende Dokument veröffentlicht.

(1) GEMEINDETHEOLOGIE DER ORATORIANER

(1.1) Der Auftrag Jesu für die christliche Gemeinde und deren Grundfunktionen

Vom Auftrag Jesu her ergeben sich für das Leben der christlichen Gemeinde drei große Aufgabenbereiche (Grundfunktionen):
  • Die Verkündigung des Glaubens (Martyria), das Zeugnisgeben für den christlichen Glauben.
  • Das Tun des Glaubens (Diakonia). Der Glaube muss sich im Leben bewähren.
  • Die Feier der Glaubens (Liturgia), die Feier des Glaubens, die Versammlung der Gemeinde, vor allem am Sonntag, vor allem in der Feier des Herrenmahles, aber auch alle anderen gottesdienstlichen Versammlungen, in denen die Gemeinde in Lob und Dank, aber auch in der Bitte vor Gott steht. (vgl. 3.1)
Das Leben der christlichen Gemeinde vollzieht sich vom doppelten Auftrag Jesu her:

  • „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (1 Kor 11, 25) und
  • „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13, 34)
Daher gehören von Anfang an das Herrenmahl (die Eucharistiefeier) und der Dienst an den Nächsten untrennbar zusammen.

(1.2) Die Gemeindetheologie der Ellipse

  • „Die Gemeinschaft des ‚Brotbrechens und des Gebetes‘ und die ‚brüderliche Gemeinschaft‘ (vgl. Apg 2, 42), das sind die beiden Pole, um die christliches Gemeindeleben kreist und der Maßstab, an dem es gemessen wird. Dass wirklich unser Gottesdienst, besonders das ‚Brotbrechen‘, die Feier der Eucharistie, zu einer gemeinsamen Feier werde und dass die Gemeinschaft nicht an der Kirchentür aufhört, sondern hinausgeht und sich im Leben bewährt, besonders in der tatkräftigen Sorge und Hilfe füreinander – das werden die Zielpunkte sein, nach denen wir uns richten müssen.“ (Theo Gunkel, 1931)
  • „Gotteslob und brüderliche Gemeinschaft als die beiden Brennpunkte, die zusammengehören wie die beiden Brennpunkte einer Ellipse.“ (Theo Gunkel, 1966)
    Theo Gunkel ging es darum, die beiden Aufgaben der Gemeinde (Martyria und Diakonia), die er als den einen Brennpunkt der Ellipse beschreibt, in ihrer Zuordnung zum zweiten Brennpunkt, der Liturgie, zu verdeutlichen.
    Die Gemeindetheologie der Ellipse, wie sie schon in Leipzig (Theo Gunkel) entwickelt wurde, wird auf die Großstadtseelsorge in München (Ernst Tewes) übertragen:
  • „Danach hat die Gemeinde zwei Brennpunkte, einmal die Liturgie und zum anderen die Diakonie, gewissermaßen die zwei Seiten der einen Medaille christlichen Glaubens und Handelns.“ (Klemens Richter, 2004)

(2) EKKLESIOLOGIE: Verständnis von Kirche/Gemeinde

(2.1) Was bedeutet Kirche-Sein?

  • „Das Zusammenkommen, das Sich-Versammeln, ist für die christliche Gemeinde so bedeutsam, dass sie als Ekklesia, als Versammlung bezeichnet wird. Christsein ist Communio, Gemeinschaft.“ (Klemens Richter, vgl. 3.1)
  • Entscheidend ist das Sich-Versammeln und Sich-Ereignen der Gemeinde im Gottesdienst und das Selbstverständnis der Gemeinde als Gemeinschaft miteinander verbundener Menschen. (Ernst Tewes, vgl. 3.4; 4.3 )
(2.2) Kirchenverständnis der Oratorianer

Voraussetzung für die Gemeindetheologie der Oratorianer ist das Bewusstsein, dass der einzelne nicht Christ sein kann ohne Gemeinde. Hauptanliegen der Oratorianer ist daher:
  • „Die Bildung einer lebendigen Gemeinde, ein erneuerter Gottesdienst in einer erneuerten Gemeinde, Neubelebung des Kirchenbewußtseins, konkretisiert zum Gemeindebewußtsein, zur Realisierung der Kirche hier an diesem Ort.“ (Josef Gülden 1975)
    Daher wird der Akzent von Anfang an auf das Subjektsein der Gemeinde gelegt, als deren Teil sich die Oratorianer verstehen. Die Gemeinde hat danach die Aufgabe:
  • „An diesem Ort lebendige Kirche zu sein und hier und heute die Sendung und Aufgabe der Kirche zu tragen.“ (Theo Gunkel)
  • Der Gemeinde ist als Kirche vor Ort die „dreifache Aufgabe anvertraut, Trägerin der Wahrheit, der Liebe und des Gottesdienstes zu sein“ (Josef Gülden, 1942), was das II. Vatikanische Konzil mit den Begriffen Martyria, den Glauben verkünden, Diakonia, den Glauben tun und Liturgia, den Glauben feiern umschreiben wird.
  • Dieses neue Gemeindebewusstsein sollte vor allem durch die erneuerte Liturgie, durch die „aktive Teilnahme“ aller Gläubigen am Gottesdienst gebildet werden, was das II. Vaticanum in der Liturgiekonstitution (vgl. 3.3) aufgriff.
(2.3) „Liturgiepastoral“ der Oratorianer

Die theologischen Voraussetzungen der von den Oratorianern entwickelten „Liturgiepastoral“ liegen
  • „in der Betonung des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen (vgl. Lumen Gentium 12, 31 ; Apostolicam Actuositatem 2, 10)
  • und in der Erkenntnis, dass die Feier des Glaubens nicht isoliert werden kann vom Leben der Glaubenden,
  • dass soziales Handeln und liturgisches Tun unlösbar miteinander verbunden sind
  • und dass die Gestalt der Liturgie entscheidend ist für die Spiritualität der Mitfeiernden.“ (Klemens Richter)
So kann die liturgische Erneuerung ihre eigentliche Bedeutung erlangen, nämlich zur Mitte einer ständigen Reform von Kirche und Gemeinde zu werden.

(2.4) Aufgabe der Pfarrei:

  • Aufgabe der Pfarrei ist es „Heimat zu schaffen“ und „den Boden zu bereiten, in dem man Wurzeln schlagen kann“. (Ernst Tewes)
  • Dazu gehören auch eine missionarische Dimension und der Aufbau einer Atmosphäre der Geschwisterlichkeit.
  • Die Seelsorge richtet sich an alle Menschen in der Gemeinde, auch an diejenigen, die abseits vom Gemeindeleben stehen.
  • Aufgabe christlicher Gemeinde ist es ja, immer wieder von der Botschaft Jesu her ihren Beitrag zur Gestaltung von Schöpfung und Gesellschaft zu überdenken.

(3) LITURGIE: Feier des Glaubens

(3.1) Was ist Liturgie?

  • „Christsein ist gleichbedeutend mit Sich-Versammeln in der Gemeinschaft der Mitglaubenden vor Gott. Deshalb ist der Gottesdienst Quelle und Mitte des gesamten christlichen Lebens.“ (Klemens Richter, vgl. Lumen Gentium 11, vgl. 2.1)
  • „Liturgie ist Aufsammlung, Deutung und Darstellung erfahrener Geschichte.“ (Hermann Seifermann). Das geschieht als „Gemeinde am Ort“ (hebr.: eda) – in der „Versammlung zum Gedächtnis“ (hebr.: kahal) an Gottes Heilstaten.
  • Liturgie ist „Feier des Glaubens als Feier der Gemeinschaft“, ist „erfahrbare Communio“, das „Erlebnis der Glaubensgemeinschaft“. (Klemens Richter)
    Liturgie ist „die Feier des Glaubens, die Versammlung der Gemeinde, vor allem in der Feier des Herrenmahles, aber auch alle anderen gottesdienstlichen Versammlungen, in denen die Gemeinde in Lob und Dank, aber auch in der Bitte vor Gott steht“ (Klemens Richter, vgl. 1.1) – gemäß Jesu Wort: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. (Mt 18,20)

(3.2) Oratorianisches Verständnis des Gottesdienstes
  • „Gottesdienst meint zunächst, dass Gott der Gemeinde dient. Sie hört auf sein Wort durch die Lesungen der Schrift, antwortet Gott darauf durch das Bekenntnis ihres Glaubens, aber auch durch die Bitte in den Fürbitten wie im eucharistischen Hochgebet, dass der Geist Gottes bei ihr bleibt und dass Gott das Heil allen Menschen zuwenden möge.“ (Klemens Richter)
  • „Im Gottesdienst geht es um die Begegnung mit dem auferstanden geglaubten Christus, wobei die Gegenwart des Herrn inmitten seiner Gemeinde gedacht wird, der zunächst zugegen ist in der sich zur Liturgie versammelnden Gemeinde selbst, sodann in ihrem Vorsteher, im Wort der Schriftverkündigung und unter den Gestalten von Brot und Wein im eucharistischen Mahl.“ (Klemens Richter, vgl. Sacrosanctum Concilium 7)

(3.3) Aufgabe der Gemeinde im Gottesdienst
Die Liturgie, die in St. Laurentius gefeiert wird, hat ihre historischen Wurzeln in der katholischen Jugendbewegung (‚Quickborn‘ / Burg Rothenfels) und der liturgischen Bewegung. Bei der Feier des Gottesdienstes ging es den Oratorianern um die „aktive Teilnahme“ der um den Altar versammelten Gemeinde, die als ganze Trägerin des Gottesdienstes ist. Das II. Vaticanum griff diese Neuerung in der am 4.12.1963 verabschiedeten Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ auf:

„Die volle und tätige Teilnahme (plena et actuosa participatio) des ganzen Volkes (Gottes) ist bei der Erneuerung der Liturgie aufs stärkste zu beachten.“ (Sacrosanctum Concilium 14)

Aus diesem Grund wird die Messe bei den Oratorianern in deutscher Sprache gefeiert. Die Messgesänge wurden ins Deutsche übertragen und entsprechend dem gregorianischen Choral von Heinrich Kahlefeld neu vertont. Die gottesdienstlichen Gesänge in deutscher Sprache, die für St. Laurentius geschaffen wurden, sind einstimmige Wechselgesänge zwischen Vorsänger, Schola und Gemeinde. Sie stellen einen festen Bestandteil des Gottesdienstes dar und geben ihm ein unverwechselbares Gepräge. (Ausstellung 2004, vgl. 5.2.2)

(3.4) Forderungen an den Gottesdienst

Ernst Tewes fordert vom Gottesdienst Einfachheit und Verständlichkeit und die Erfahrung des Ereignischarakters: „Die Gemeinde muss erfahren können, dass sie sich um ihren Herrn versammelt, der ihre Mitte und ihr Haupt ist.“ (vgl. 2.1; 5.2.1)

(4) DIAKONIE: Tun des Glaubens

(4.1) Was ist Diakonie?

  • Diakonie ist die Gestaltwerdung des Glaubens im Alltag, das Tun des Glaubens.
  • Ernst Tewes versteht Diakonie als Atmosphäre der Geschwisterlichkeit.
(4.2.) Oratorianisches Verständnis von Diakonie
„Gottesdienst kann nur dann verantwortet werden, wenn er als Mahnung und Forderung an die Gemeinde verstanden wird: Es soll ein Geist unter uns herrschen, in dem jeder auf seinen Nächsten zugeht, den Nachbarn annimmt, der Schwester und dem Bruder Mut macht, niemanden links liegen lässt, die Sorgen des anderen mitträgt, für ihn betet, Gastfreundschaft übt, miteinander fröhlich ist, dem, der Leid trägt, zur Seite steht, der Glaube des Andern mir nicht gleichgültig ist; ein Geist in dem niemand sagt: was geht mich der schon an, ein Geist, in dem die Unterlassung des Guten keinen Platz hat und die Verantwortung fürs Ganze auch von allen oder doch wenigstens von vielen in der Gemeinde wahrgenommen wird.“ (Klemens Richter, 2004)

(4.3) Beziehung von Diakonie und Liturgie
  • „Die Diakonie – die Brüderlichkeit – ist das Grundwasser, das Eucharistie vor Gott erst möglich und annehmbar macht.“ (Ernst Tewes)
  • Entscheidend ist für Ernst Tewes das Sich-Versammeln und Sich-Ereignen der Gemeinde im Gottesdienst und das Selbstverständnis der Gemeinde als Gemeinschaft miteinander verbundener Menschen (vgl. 2.1; 3.1)
  • „Das Geschehen in der Liturgie zielt auf den ‚Gottesdienst des Lebens‘, auf das Dasein für andere, auf die Nachfolge Jesu.“ (Klemens Richter)

(5) MARTYRIA : Zeugnis geben für den Glauben

(5.1) Seelsorgliches Programm der Oratorianer
Zum seelsorglichen Programm der Oratorianer gehört in St. Laurentius von Anfang an:
  • die Erneuerung von Leben und Liturgie aus der Heiligen Schrift
  • die Vermittlung eines Gottesbildes, das zum persönlich verantworteten Glauben und Handeln führt, das den Menschen befreit: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Sklavenhaus herausgeführt hat.“ (Ex 20, 2)
  • das Verständlich machen des Glaubens und seiner liturgischen Gestalt

(5.2) Beziehung von Martyria und Liturgie

„In einer Gesellschaft, in der Glaube nicht selbstverständlich ist und der Glaubende einer nichtchristlichen Umwelt Rede und Antwort stehen muss, ist es dringend erforderlich, dass die liturgischen Texte und Zeichen vom Mitfeiernden verstanden werden, d.h. zum Ausdruck bringen, was sie wirklich meinen:

  • Grundlegende theologische Fragen müssen von allen verstanden und zur Sprache gebracht werden können.
  • „Das Glaubenswissen wird künftig wie schon in der frühen Kirche vor allem durch die Teilnahme an den liturgischen Feiern weitergegeben. Deshalb ist es so wichtig, dass Texte und Zeichen der Liturgie diesen Glauben deutlich und klar zu Gehör und Gesicht bringen.“ (Klemens Richter)

(5.2.1) Gotteserfahrung als Voraussetzung der Martyria

  • Gottesdienstliche Formen und Sprache müssen die Begegnung mit Gott ermöglichen, nicht erschweren“ (Klemens Richter)
  • „Die Gemeinde muss erfahren können, dass sie sich um ihren Herrn versammelt, der ihre Mitte und ihr Haupt ist.“ (Ernst Tewes, vgl. 3.4)
  • Für die Oratorianer heißt das Priester-Sein deshalb In-Dienst-genommen-Sein. Die Autorität des priesterlichen Dienstes erwächst allein in der entschiedenen Nachfolge, die den Sinn hat, „Platz zu schaffen, damit Gott kommen kann“. (Ernst Tewes)

(5.2.2) Konkretisierungen durch die Oratorianer

  • Kahlefelds Übersetzungen und Vertonungen in Art eines deutschen Chorals (für Tagzeitenliturgie: Komplet, Vesper…) und Eucharistiefeier (Ordinarium und Proprium) dienen diesem Ziel (vgl. 3.3)
  • Ebenfalls ist die Gestaltung Messfeiern für Kinder – ein besonderes Anliegen von Klemens Tilman und Markenzeichen schon zu Beginn der Gemeinde St. Laurentius– diesem Ziel verpflichtet.

(5.3) Beziehung von Martyria und Diakonia

  • „Danach wird man uns fragen und beurteilen, ob und wie wir Menschen gedient haben im Sinne des Evangeliums und des Auftrags des Herrn durch die Diakonie jeder Gemeinde.“ (Ernst Tewes)
  • Soziales Engagement in der Gemeinde und darüber hinaus ist nach dem Verständnis der Oratorianer zu begreifen als „apostolisches Zeugnis“ des Glaubens.
  • Wird die Gemeinde als Kraftquelle erfahren, wächst die Bereitschaft, die Quelle mit eigenen Erfahrungen und Begabungen zu speisen.

(6) KIRCHENBAU ST. LAURENTIUS

(6.1) Funktion des Kirchenraumes

„Liturgie ist Feier des Glaubens der christlichen Gemeinde. Der liturgische Raum muss diesem Handeln entsprechen. Er ist dazu geeignet, wenn die Gemeinde als Trägerin des Gottesdienstes darin sichtbar werden kann und die Feier des Heils, der Gottesbegegnung und derer, die im Miteinander und Füreinander Volk Gottes sein wollen, in ihm möglich ist.“ (Klemens Richter)

(6.2) St. Laurentius als Kirchenbau des Münchner Oratoriums

Der Kirchenraum von St. Laurentius (1955) hat eine Raumgestalt verwirklicht, die dem Liturgie- und Gemeindeverständnis der Oratorianer voll und ganz entspricht. Er ist Bild einer um den Altar und um das Wort Gottes versammelten Gemeinschaft. Die Architektur steht ganz im Dienst der Gemeindebildung.
  • Der Kirchenraum „ist ganz von den gottesdienstlichen Handlungen her bestimmt; sie erwecken ihn zum Leben.“ (Klemens Richter)
  • „Der Hauptraum der Kirche ist bewusst schlicht gehalten. In der Mitte steht leicht erhöht der Altar. Um ihn herum schließen von drei Seiten die Bänke. Der Priester ist der Gemeinde zugewandt. Als die Kirche geplant wurde, war diese Anordnung noch neu. Sie war vom Oratorium geplant und entspricht anschaulich der Versammlung der Gemeinde um den Tisch des Herrn.“ (Freimut Scholz, in: Kirchenführer 2004)
  • „Der Grundriss der Kirche setzt sich aus Viereck und Halbkreis zusammen. Der Versammlungsraum ist quer zum Halbrund (der Apsis) gelagert – ein Ausdruck der Erwartung. Das Halbrund öffnet sich in den Raum der versammelten Gemeinde hinein. Auch die Form der Altarinsel und der zur Gemeinde hin offene Kranz von Lichtern unterstützen diese Bewegung. Räumlich soll spürbar werden: Gott kommt zu denen, die in seinem Namen versammelt sind.“ (Freimut Scholz, in: Kirchenführer, 2004)

(6.3) Ausstrahlung des Kirchenraumes

  • „Die Kirche St. Laurentius ist den kleinen, aus Ziegelstein gebauten ganz frühen Vorstadtkirchen im alten Rom vergleichbar, die sich damals in ihrer Armut von dem pompösen wie großartigen Prunk der Antike absetzten.“ (Architekt Emil Steffan)
  • Der Bau strahlt Konzentration und Ruhe aus.
  • Die sparsame Ausstattung mit Gegenständen und Bildern bedeutet nicht Verarmung, sondern Zentrierung auf das Wesentliche.
  • „Der liturgische Raum ordnet sich dem Vollzug der Liturgie innerhalb der Gemeindeversammlung ganz unter und schafft dennoch eine Bauästhetik, die eine neue Glaubensästhetik ermöglicht.“ (Klemens Richter)

(6.4) Bedeutung der Kirche St. Laurentius

„Die Kirche St. Laurentius, von Emil Steffan (1899 – 1968) zusammen mit Siegfried Östreicher entworfen, hat im modernen deutschen Sakralbau eine Schlüsselstellung inne. Ein Jahrzehnt vor dem Zweiten Vatikanum nimmt sie durch ihre räumliche Konzeption die römische Liturgiereform vorweg. Erstmals wird in Deutschland der Gedanke, die Gemeinde und eine ‚Mitte‘ zu versammeln, baulich umgesetzt.“ (Wolfgang Jean Stock, in: Europäischer Kirchbau 1950-2002, 2002)