St. Laurentius, München

Entstehung des Münchner Oratoriums

Das Münchner Oratorium entstand als Tochtergründung des Oratoriums in Leipzig, das dort schon seit 1930 wirkte. Anlass war die Arbeit an einem neuen deutschen Katechismus.

Hieran arbeiteten vornehmlich ab 1936 Klemens Tilmann, der 1934 ins Leipziger Oratorium eingetreten war, mit Gustav Götzel vom Deutschen Katechetenverein (DKV) in München zusammen. Im Krieg traf sich Klemens Tilmann mit Franz Schreibmayr zur gemeinsamen Weiterarbeit in Berlin.

Nach 1945 trafen sich die Leipziger Oratorianer Philipp Dessauer (1898 - 1966), Heinrich Kahlefeld (1903 - 1980), Ernst Tewes (1908 - 1988), Klemens Tilmann (1904 - 1984), Franz Schreibmayr (1907 - 1985), Jan Wiggers (1903 - 1961) und Joseph Jammers (1906 - 1987) in München. Von 1948 an lebten die Brüder zunächst in München-Solln zusammen, in der Villa von Karl Muth, dem langjährigen Herausgeber der Zeitschrift "Hochland".

1954 wurde aus der größten Münchner Pfarrei Herz Jesu sowie aus den Pfarreien St. Martin und St. Theresia ein eigener Seelsorgsbezirk St. Laurentius ausgegliedert. Am 1. Oktober 1954 wurde die neu errichtete Pfarrei St. Laurentius von Erzbischof Kardinal Wendel dem Oratorium anvertraut. Erster Pfarrer war bis 1965 Ernst Tewes, der spätere Regionalbischof für die Seelsorgsregion München und Liturgiereferent der Erzdiözese.

In der Chronik des Münchner Oratoriums ist zu lesen:
5. Juni 1954: Gründungstag des Münchner Oratoriums durch römischen Erlaß
1. Juli 1954: Erste Sitzung des Oratoriums, Heinrich Kahlefeld wird zum Superior gewählt
.

Bereits 1953 begann eine eineinhalbjährige Planungsphase für den Bau der Kirche St. Laurentius zwischen den Architekten Emil Steffan und Siegfried Östreicher und den Münchner Oratorianern. Das Oratorium formulierte seine theologischen und liturgischen Vorgaben: Die Gemeinde sollte sich im Halb- oder Dreiviertelkreis um den Altar versammeln. In Absprache mit Erzbischof Kardinal Wendel wurde der Bau unter der Leitung des Oratoriums durchgeführt. Ein Kirchenneubau mit Gemeinde- und Jugendräumen war eine im Erzbistum München noch nie da gewesene Bauform.