St. Laurentius, München

Oratorium des heiligen Philipp Neri

Aktuell: 500 Jahre Heiliger Philipp Neri
Das Jubiläumsjahr 2015 wird von der Deutschen Föderation des Oratoriums vielfältig gestaltet – wir laden Sie ein, mit zu feiern!




Das Oratorium ist eine Gemeinschaft von Weltpriestern. Ihr Patron ist der Hl. Philipp Neri, der Ende des 16. Jhdt in Rom eine Gemeinschaft gründete. Deren Mitglieder bezeichnen sich als Oratorianer. Sie sind kein Orden, sondern ihr gemeinschaftliches Leben gleicht dem einer Familie. „Durch kein Gelübde oder Eid gebunden, soll die Liebe das einzige Band sein, das die Mitglieder des Oratoriums zusammenhält." (Philipp Neri 1595)

Heute existieren Oratorien außer in Deutschland vornehmlich in Italien, aber auch in Spanien, Polen und Litauen. Jedes Oratorium ist selbständig, aber eingebunden in die weltweite Generalkongregation mit einem Generalprokurator an der Spitze. Kirchenrechtlich unterstehen sie direkt dem Vatikan.

In Deutschland existieren heute folgende Oratorien:
Leipzig (1930)
München (1954)
Aachen (1956)
Frankfurt/Main (1956)
Dresden (1961)
Heidelberg (1968)
Celle (1992)
Hannover (von 1997-2011 in Ilsede)

Die in Deutschland gelegenen Oratorien bis auf Celle
sowie das Oratorium in Vilnius sind Mitglieder der Deutschen Föderation des Oratoriums.
http://www.oratorium.org/

Philipp Neri (1515 – 1595)

Philipp Neri, geboren 1515 in Florenz, war im 16. Jahrhundert einer der wichtigsten geistigen Erneuerer Roms. Diese Zeit war geprägt durch Päpste, die uns gemeinhin durch ihren Prunk und ihre Verschwendungssucht bekannt sind, oft zu Lasten des einfachen Kirchenvolkes.

Seine Umwelt nahm ihn als einen „fröhlichen Heiligen“ wahr, dessen Fröhlichkeit allerdings nicht in oberflächlichem Sinne, sondern eng verbunden mit seiner religiösen Sendung zu verstehen ist.

Fünf Jahrzehnte wirkte er in Rom als Prediger, Gesprächspartner, Beichtvater und tatkräftiger Helfer, besonders der Jugend. Um ihn scharte sich eine große Zahl von Schülern, die ihn in seinem Wirken unterstützten.

Ab dem Jahr 1548 traf sich Philipp Neri in Rom in einem Raum bei der römischen Bruderschaftskirche San Girolamo della Carita. Diese Treffen hatten ihren Mittelpunkt in einem freien Schriftgespräch, was damals eine Neuerung darstellte.
Die Zusammenkünfte dieser Gemeinschaft wurden mit Gebeten und Gesängen in der Volkssprache gestaltet und fanden bald großen Zulauf. Schließlich musste dafür ein eigener, größerer Raum eingerichtet werden - das Oratorium (dt. „Betsaal“). Die Treffen selbst wurden alsbald gleichfalls „Oratorium“ genannt und lange von der Inquisition misstrauisch beobachtet, da unter anderem Laien in den Zusammenkünften predigten.

Von hier aus wurde die volkssprachliche, dramatische Darstellung biblischer oder moralischer Themen populär und behielt den Namen Oratorium schließlich als musikalische Gattung (vgl. Giovanni Pierluigi da Palestrina).

Philipp und seine jungen Anhänger kümmerten sich auch um bedürftige Pilger, Kranke und Arme.

1575 wurde die Gemeinschaft der Oratorianer von Papst Gregor XIII approbiert und breitete sich rasch in verschiedenen Ländern aus, darunter seit 1692 auch in Deutschland.