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der Pfarrei St. Sebastian, Ebersberg

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Egli-Figuren begleiten durch die Passions- und Osterzeit

Foto: Thomas Widmann
Ostermorgen
An den Nebenaltären der Pfarrkirche ist von Palmsonntag bis Pfingsten eine Passions- und Osterkrippe zu sehen. Biblische Erzählfiguren, die sogenannten Eglifiguren, stellen die letzten Tage vor dem Tod Jesu und seine Auferstehung dar. Zu sehen sind der Einzug in Jerusalem, die Fußwaschung, das letzte Abendmahl, Jesu Gefangennahme, die Verleumdung durch Petrus, Pilatus, die Kreuzigung, die drei Frauen am Ostermorgen und die Emmausjünger mit dem Auferstandenen. Die einzelne Szenen kann man sich auch auf auf der Startseite unserer Homepage anschauen. st-sebastian.de

Was sind eigentlich Egli-Figuren?

Ihren Namen haben sie von der Schweizerin Doris Egli, die sie 1966 zusammen mit ihrem Mann Primo entwickelt hat. Die Figuren haben drei Besonderheiten:
  • Die erste Besonderheit ist, dass die Figuren komplett vom Besitzer selbst hergestellt werden. Ihr Inneres besteht aus einem Drahtgerüst, das mit Sisal ummantelt ist. Die Köpfe werden individuell geformt. Es werden keine Gesichter aufgetragen, um unterschiedliche Gefühle darstellen zu können. Bleifüße verleihen der Figur eine hohe Standfestigkeit. Die Figur ist mit einer „Stoffhaut“ umgeben und mit Haaren aus Echtfell am Kopf bestückt. Die Kleidung besteht aus Naturstoffen und orientiert sich an der Zeit vor 2000 Jahren.
  • Das zweite Besondere an diesen Figuren ist, dass sie durch ihren biegsamen Körper und ihre sehr schweren Füße in alle menschlichen Körperhaltungen formbar sind und verschiedene Körperbewegungen darstellen können. Durch Haltung und Gestik lassen sich auch Gefühle zum Ausdruck bringen: Freude und Angst, Hoffnung, Verzweiflung und Trauer, Offenheit und Verschlossenheit, Zuwendung und Ablehnung....
  • Das dritte und eigentliche Besondere ist, dass man mit ihnen einen geschriebenen Text aus der Bibel als sichtbare Szene darstellen kann. Die Figuren werden hineingestellt in den biblischen Lebensraum, in die Lebenswelt zur Zeit Jesu. So erzählen sie „von Menschen, die wirklich gelebt haben. Sie sind nicht nur Materie, sie sind Gestalten voller Erlebnisse. Sie ermuntern uns, aus der biblischen Botschaft heraus, unseren Alltag zu gestalten, inne zu halten, über unser Tun und Lassen nachzudenken, Momente schöpferischer Stille an unseren Lebensquellen zu verweilen, die Mitte unseres Lebens zu finden."(Doris und Primo Egli)

Ein paar Schulklassen und beide Kindergärten besuchten die Osterkrippe. Auch in der Karwoche und in den Ostertagen konnte man Menschen entdecken, die mit den Egli-Figuren den Weg Jesu vom Einzug in Jerusalem bis hin zur Begegnung mit den Emmausjüngern mitgehen. Es ist eine Möglichkeiten mit der Geschichte Jesu in Berührung zu kommen.

Herzlichen bedanken möchte ich mich bei allen Frauen, die ihre mühsam und liebevoll hergestellten Egli-Figuren dafür zur Verfügung stellen und die mit viel Einfühlungsvermögen die Osterkrippe bereitet haben.

Annette Fröhlich, Pastoralreferentin