Die Ferien sind vorbei. Rund 1,7 Millionen bayerische Schüler besuchen nun wieder Tag für Tag den Unterricht. Für rund 100.000 davon bedeutet das nicht nur das Ende der Ferien. Sie müssen sich an eine neue Umgebung gewöhnen, weil sie von einer Grundschule ans Gymnasium oder eine andere weiterführende Schule wechseln. Vielen Eltern bereitet das Sorge: Wie kommen die Kinder im neuen Umfeld zurecht?
Oberstudiendirektorin Hildegund Nicklas leitet das Erzbischöfliche Edith-Stein-Gymnasium in München. Im Interview erläutert sie, wie die neuen Schülerinnen an ihrer Schule die ersten Tage erleben, und gibt Tipps, was Eltern tun können, wenn Kinder mit der Umstellung Probleme haben.
Der Start an einer neuen Schule ist immer eine Umstellung - nicht nur für die Kinder, auch für die Eltern. (Bild: pixabay)
Wie verläuft der erste Schultag für die Neuen am Edith-Stein-Gymnasium?
OSD Hildegund Nicklas: Für unsere neuen Schülerinnen beginnt der Tag um kurz nach acht Uhr; und zwar in der Kirche. Dort werden sie erst einmal vom Chor begrüßt. Anschließend spreche ich eine paar Worte, dann stellen wir die wichtigen Ansprechpartnerinnen für die Kinder vor: die Unterstufenbetreuerin und die Klassenleiter.
Jedes Kind darf anschließend nach vorne kommen und wird von mir einzeln begrüßt. Alle sollen sich gleich von Beginn an willkommen fühlen. Dabei gibt es auch ein kleines symbolisches Geschenk: einen Kompass zur Orientierung.
Nach der Begrüßungsfeier verabschieden sich die Kinder von ihren Eltern und gehen mit ihrer jeweiligen Klassenlehrerin in ihr neues Klassenzimmer.
Begrüßungsveranstaltung für die neuen Fünftklässlerinnen am Edith-Stein-Gymnasium in München (Bild: EOM / ESG)
Manche Eltern machen sich Sorgen, dass Ihr Kind von der neuen Umgebung überfordert sein könnte. Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Schülerinnen eingeschüchtert sind?
Nein, eigentlich nicht. Ich erlebe unsere neuen Schülerinnen schon in den ersten Tagen und Wochen als sehr fröhlich und neugierig. Die freuen sich über all die neuen Eindrücke. Am ersten Tag, beim Abschied von den Eltern, habe ich immer das Gefühl, dass die Bedrückung mehr auf Seiten der Eltern liegt.
Es wird aber heute an den meisten weiterführenden Schulen auch einiges unternommen, um die Härten und Hürden abzufedern.
Das ist richtig. Am Edith-Stein-Gymnasium arbeiten wir zum Beispiel eng mit einer benachbarten Grundschule zusammen. Deren Lehrkräfte besuchen uns, und wir besuchen die Schule dort. Außerdem gibt es bei uns schon im Oktober ein „Lernen-lieben-lernen-Wochenende“. Das wird von der Unterstufenbetreuerin organisiert. Dort lernen die Mädchen einander besser kennen und werden auf die Herausforderungen des Gymnasiums eingestimmt.
Um darüber hinaus von Anfang an eine gute Arbeitsatmosphäre in den Klassen anzubahnen, brechen die Schülerinnen gleich zu Beginn des Schuljahrs zu zwei Kennenlerntagen nach Wartaweil am Ammersee auf.
Das Interview führte Thomas Gampl, Ständiger Stellvertreter St.-Ursula-Gymnasium, Schloss Hohenburg Lenggries