Koordinationsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch in Zahlen

Koordinationsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch der Erzdiözese München und Freising in Zahlen

Koordinationsstelle zur Prävention sexueller Gewalt/Historie:

  • Die Stelle wurde Oktober 2011 besetzt. Bewusst wurde die 39,5 Stunden-Stelle in zwei 19,25 Stunden-Stellen aufgeteilt, um die Koordinationsstelle paritätisch von einer Frau und einem Mann besetzen zu können. Das ist einzigartig bei den deutschen Bistümern.
  • Die Koordinationsstelle wurde 2014 durch eine Mitarbeiterin verstärkt, die zentral die Einsichtnahme der erweiterten Führungszeugnisse von Ehrenamtlichen übernimmt.
  • Die Koordinationsstelle wurde 2015 durch eine Mitarbeiterin verstärkt, die für die pastoralen und pädagogischen Mitarbeiter_innen ein Lernprogramm (E-Learning) konzipiert.
 
Personelle Besetzung der Koordinationsstelle:

  • 2x 19,25 Stunden als Präventionsbeauftragte
  • 1x 19,25 Stunden Projektstelle für E-Learning
  • 1x 10,0 Stunden für E-Learning aus der IT-Abteilung,
  • 1x 25,0 Stunden für Einsichtnahme der erweiterten Führungszeugnisse für Ehrenamtliche und bürotechnische Unterstützungsarbeit 

E-Learning: das E-Learning ist der wesentliche, verpflichtende Bestandteil der Schulungen mit folgenden, vertiefendenden Lerninhalten:

Modul 1 Wissen und Vorbeugen
 
1.1 Einführung (Präsenzkurs) 40 Min.
1.2 Risiko- und Schutzfaktoren 45 Min.
1.3 Das institutionelle Schutzkonzept 60 Min.
1.4 Missbrauchstäter_innen (Präsenzkurs) 60 Min.
 
Modul 2 Die Theologie befragen
 
2.1 Kirchenrecht 45 Min.
2.2 Lernen aus der Vergangenheit 60 Min.
2.3 Jesus und die Kinder: Vorbild für die Prävention 60 Min.
2.4 Hoffnung und Leid - Theologische Suchbewegungen 70 Min.
 
Modul 3 Erkennen und Handeln
 
3.1 Auffälligkeiten und Hinweiszeichen 45 Min.
3.2 Hinsehen und Handeln 60 Min.
3.3 Dokumentation 45 Min.
 
Modul 4 Helfen und Aufarbeiten
 
4.1 Pädagogische Unterstützung für betroffene Kinder und Jugendliche 60 Min.
4.2 Umgang mit sexuellem Missbrauch in Institutionen (Präsenzkurs) 50 Min.
4.3 Seelsorge nach sexuellem Missbrauch 60 Min.


Folgende Personengruppen wurden und werden laufend geschult:
Alle pastoralen Mitarbeiter_innen, Mitarbeiter_innen in den Pfarreien, in den Bereichen kirchliche Jugendarbeit, Krankenhausseelsorge, Seniorenheimen, Hospiz, Justizvollzug, Schüler-und Studentenseelsorge und Schulen.
 
Verwaltungsleiter_innen und KiTa-Verwaltungsleiter_innen in Pfarrverbänden
 
 
 
 
Jahr
Titel
Teilnehmerzahl
 
2017
Studientag Prävention
15
 
2018
Studientag Prävention (Mai, Oktober)
38
Ausbilder für Verwaltung, IT und andere Lernberufe
In den Jahren 2016 und 2017 wurden insgesamt 28 Ausbilder_innen und ausbildende Fachkräfte geschult. Aktuell sind ca. 33 ausbildende Fachkräfte und Ausbilder im Bereich Ordinariat und Einrichtungen tätig.
 
 
Alle Personen in einer Ausbildungsphase (auch Priesteramtskandidaten):
Seit 2012 wurden insgesamt 204 Teilnehmer_innen geschult.
Die Schulung pastoraler Mitarbeiter_innen, die sich in Ausbildung befinden, beinhaltet 3 Module:
Ein ganzer Schulungstag zum Thema Grundwissen Prävention und Intervention sexueller Gewalt. Ein halber Tag zum Thema Umsetzung der Präventionsarbeit in den Einsatzorten. Eine Woche zum Thema „Nähe und Distanz“.
 
Aufstellung der Teilnehmer_innen am Studientag Prävention sexueller Gewalt
 
 
 
 
 
 
 
 
Jahr
Insgesamt
Priester
Diakone
Pastoralassistenten/innen
Gemeindeassistenten/innen
Religionslehrer/innen
 
2012
28
10
-
5
10
3
 
2013
41
5
15
8
8
5
 
2014
40
17
7
3
7
6
 
2015
34
8
11
6
5
4
 
2016
19
4
7
6
1
1
 
2017
21
11
2
5
3
-
 
2018
21
8
4
4
5
-
 
Gesamtsummen
204
63
46
37
39
19
Pädagogische und pastorale Mitarbeiter_innen des Erzbischöflichen Jugendamtes:
Hauptamtliche des Erzbischöflichen Jugendamtes wurden ab 2012 wie folgt geschult:
Einführungskurse für neue Mitarbeiter_innen (2011 – 2018): 86 Teilnehmer_innen
Fachtag Prävention (20. April 2016): 60 Teilnehmer_innen
E-Learning-Kurs (Februar – Juli 2018): 13 Teilnehmer_innen
Damit ergibt sich eine Gesamtzahl von 159 pädagogischen und pastoralen Mitarbeiter_innen, die an Präventionsschulungen, die im Erzbischöflichen Jugendamt durchgeführt wurden, teilgenommen haben.
 
Weitere, freiwillige Zusatzangebote für pastorale und pädagogische Mitarbeiter_innen:
Zusätzliche, vertiefende Schulungen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jahr
Veranstaltung/Titel
Teilnehmer
insgesamt
P
GR
PR
D
RL
Sonstige
Teilnehmer
 
2011
Nähe und Distanz
4
1
1
2
 
 
2012
Ist die Grenze verletzt?
4
1
3
 
Scham und Beschämung
3
2
1
 
Nähe und Distanz
10
2
8
 
 
2013
Nähe und Distanz
15
5
10
 
Grenzen achten - Grenzen
setzen
8
1
7
 
Sexueller Missbrauch und
Gesprächsführung
8
2
4
2
 
 
2014
Grenzen achten - Grenzen
setzen
6
2
1
3
 
 
2015
Nähe und Distanz im
beruflichen Kontext
professionell gestalten
14
1
1
1
11
 
Kurs Gemeinden leiten -
Präventionstag
11
11
 
Sexueller Missbrauch und
Gesprächsführung
8
1
4
3
 
 
2016
Nähe und Distanz
6
5
1
 
Gesprächsführung
14
7
6
1 VL
 
Basiswissen - Prävention von
sexualisierter Gewalt
3
1
2
 
Geschlechtersensible Pastoral
und Bildung im Kontext
sexueller Gewalt
3
1
1
1
 
 
2017
Nähe und Distanz
4
2
1
1
 
Schutzkonzepte in Pfarreien
3
1
2
P = Priester
GR = Gemeindereferenten/innen
PR = Pastoralreferenten/innen
D = Diakone
RL = Religionslehrer/innen
 
Schulung und Information Ehrenamtlicher:
Ehrenamtliche werden durch Mitarbeiter_innen des Erzbischöflichen Jugendamtes, durch die Koordinationsstelle und durch speziell ausgebildete Ehrenamtliche geschult. Seit 2014 wurden ca. 30 000 Handreichungen an Ehrenamtliche ausgegeben.
 
Erweitertes Führungszeugnis:
Von allen Mitarbeiter_innen, die mit Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Schutzbefohlenen arbeiten, wird ein erweitertes Führungszeugnis verlangt.
 
Selbstauskunft-Verpflichtungserklärung:
Von allen Mitarbeiter_innen, die mit Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Schutzbefohlenen arbeiten, wird eine Selbstauskunft-und Verpflichtungserklärung eingefordert.
 
Veröffentlichungen:
  • Präventionsordnung der Erzdiözese München und Freising
  • Handreichungen für Ehrenamtliche
  • Handreichung für Hauptamtliche
  • Checklisten für Maßnahmen als Orientierungshilfe zum Beispiel zur Durchführung von Firmvorbereitung, Erstkommunion, Gruppenstunden, Ferienfreizeiten und Einzelmaßnahmen
  • Leitprinzipien für die deutschen Bistümer
  • Handreichung für den 19. November, dem offiziellen Gedenktag für Betroffene an deren Erstellung die Koordinationsstelle mitgewirkt hat. 
 
Schutzkonzept:
Alle Einrichtungen und Organisationen müssen ein Schutzkonzept erstellen (zum Beispiel Schulen, KiTa, Einrichtungen des EJA, Sportjugend, BDKJ-Verbände, andere Verbände und Träger wie KMfV, SKF, Kinderkrankenhaus, Altenheime, Behinderteneinrichtungen) und Präventionsbeauftragte benennen. (Anmerkung: positive Beispiele wären hier Pfarrverband Laim, DJK, Kinderklinik Landshut, Maria-Ward-Realschule Berg am Laim, KMfV, Schönbrunn)
 
Beraterstab Prävention:
Der Beraterstab Prävention hat zur Aufgabe, die Arbeit der Koordinationsstelle kritisch zu begleiten. In diesem beratendem Gremium sind externe Personen aus Forschung, Beratung und Betroffene vertreten.
 
Vernetzungsarbeit:
Die Präventionsbeauftragten sind in regelmäßigem, intensivem Austausch mit externen Fachstellen wie dem Kinderschutzzentrum München, anderen Präventionsbeauftragten und Hochschulen wie LMU, KSH, Gregoriana/Rom, CCP in Rom. 
 
Fort-Weiterbildung:
Mitarbeiter_innen der Koordinationsstelle haben an folgenden Fort- und Weiterbildungen teilgenommen:
  • Traumapädagogik
  • Insoweit erfahrene Kinderschutzfachkraft gemäß SGB VIII und KKG
  • Case Management
  • E-Learning
  • Online-Beratung
  • Prävention und Intervention im Bereich des Kinderschutzes in pastoraler Umgebung
  • Trauma und Justiz