Zum diesjährigen Korbiniansfest heiße ich Sie, liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer, herzlich willkommen! Auch die Gäste aus den Freisinger Partnergemeinden, aus Orten, die schon vor Jahrhunderten mit dem Bischofssitz verbunden waren, möchte ich wieder eigens begrüßen.
Das diesjährige Motto „Worauf baust Du?“ darf man in Freising derzeit sehr wörtlich verstehen. Überall im historischen Zentrum wird vermessen, gegraben und gebaut. Das betrifft zum einen die Innenstadt am Fuß des Dombergs mit der Neugestaltung ihrer Straßen- und Platzräume sowie der Generalsanierung des barocken Asamgebäudes am Marienplatz. Das betrifft natürlich auch den Domberg mit den dort geplanten bedeutenden Baumaßnahmen für Zwecke der Bildung und Kultur.
Bauen bedeutet Veränderung – Bauen bedeutet Befestigung. Auf diesen Weg, den man auch geistlich deuten kann, wollen wir uns gemeinsam begeben. Ich wünsche uns allen eine bereichernde Korbinianswoche!
Tobias Eschenbacher
Oberbürgermeister von Freising
„Worauf baust Du?“ – unter dieses Leitwort wurde das diesjährige Korbiniansfest gestellt. Vordergründig geht es dabei natürlich auch um die baulichen Veränderungen auf dem Domberg. Aber dieses Leitwort greift viel tiefer. Worauf bauen gläubige Menschen ihr Leben auf? Auf welche lebendigen Steine blicken wir im übertragenen Sinn? In diesem Jahr feiern wir das fünfzigjährige Bestehen der Katholikenräte im Erzbistum. Worauf bauen ehrenamtlich Engagierte in unseren Pfarreien? Als gläubige Christen und Christinnen bauen wir in der Nachfolge Jesu Christi auf die Zusage seiner Begleitung und seiner Treue bis über den Tod hinaus. Wir dürfen daraus aber kein Streben nach dem Jenseits ableiten. Vielmehr wollen wir ganz im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils Kirche und Welt mitgestalten. Denn wer sein Leben auf festen Grund baut, dem werden Charismen und Begabungen dazu geschenkt. Und hier kann uns der Heilige Korbinian ein leuchtendes Vorbild sein. Auf festem Grund stehend predigte er die Botschaft Jesu Christi an die Menschen seiner Zeit. Unsere ehrenamtlich Engagierten lassen sich auch heute noch von dieser Botschaft begeistern, so dass wir nicht nur auf 50 Jahre zurückblicken, sondern gestärkt durch die Wallfahrt zum Heiligen Korbinian, in die Zukunft gehen können. Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei der Teilnahme an der Wallfahrt dem festen Grund unseres Glaubens begegnen und Stärkung in der Mitfeier der Eucharistie erfahren. Dazu lade ich Sie ganz herzlich ein!
Prof. Dr. Hans Tremmel
Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken der Erzdiözese München und Freising