Erntedank feiern in der Familie

Gott sei Dank! Geschafft und beschenkt - Erntedank feiern mit der Familie

Mädchen in Trachtenkleid hält Korb mit Getreide in den Händen und lacht.
Danke, Gott, für alle guten Gaben! Am Erntedankfest halten wir einmal bewusst inne und danken für all das Gute und Schöne, das wir in unserem Leben geschenkt bekommen. Foto: imago/Westend61
Wir strengen uns an, arbeiten, kümmern uns. Es ist eine Menge, was wir jeden Tag leisten. "Geschafft!", denken wir vielleicht am Abend. Dahinter steckt ein doppelter Sinn: Wir haben Vieles geschafft - und wir sind geschafft! Im oft chaotischen Familienalltag gehen die vielen Momente, in denen wir ohne jedes Zutun reich beschenkt werden, manchmal unter: ein liebevoller Blick, ein paar Minuten im Liegestuhl, ein anrührendes Lied, das ins Spiel versunkene Kind, eine feine Mahlzeit... Diese beiden Aspekte – schaffen und beschenkt werden – vereint das Erntedankfest. An Erntedank sagen wir Gott Danke für alles, was er uns schenkt. Es ist ein Grund zum Innehalten, Durchatmen, Feiern und Genießen!
„Nicht die Glücklichen
sind dankbar.
Es sind die Dankbaren,
die glücklich sind.“
Francis Bacon

Die Botschaft von Erntedank

Jeden Tag genügend zu essen und zu trinken und ein Dach über den Kopf zu haben, ist für die meisten Familien bei uns heute selbstverständlich. Gott sei Dank!
 
Das war nicht immer so. Der ‚Überlebenskampf‘, der in früheren Generationen ganz wörtlich genommen und real war, schaut heute etwas anders aus: Druck in der Schule und in der Arbeit, Stress, Zeitnot, Überfülle … Anstrengend ist unser Leben durchaus auch heute! Und bei aller Selbstbestimmtheit – abhängig zu sein kennen wir auch: vom Arbeitgeber, von anderen, vom Geld, vom Wetter, vom gelingenden Zusammenspiel … Bei all unseren Sorgen und Anstrengungen tut es uns in der Familie gut, immer wieder innezuhalten, auf das zu schauen, was uns alles geschenkt ist, was uns gratis zufällt – Gott sei Dank!
Gemüse, Obst, Blumen und eine Erntekrone sind auf roten Tüchtern in einer Kirche aufgestellt.
Die Kirche ist geschmückt mit Gemüse, Obst, Blumen und Brot. Wir sind mitverantwortlich für Gottes Schöpfung! Foto: Schmid/SMB
Woher alles Geschenkte und Geschaffene kommt, wird in der Bibel, in der Schöpfungserzählung seit Jahrhunderten überliefert: Gott ist die Lebenskraft, die hinter allem steckt, er ist der Schöpfer: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut!“ (Gen 1,31) „Und Gott ruhte am siebten Tag, nachdem er sein Werk vollbracht hatte. Und er segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig“. (Gen2,2–3)

Ausruhen und dankbar innehalten, dem Heiligen nachspüren – das tut jedem gut. Wir sind Gottes Ebenbild: Der Mensch – von Gott geschaffen – ist gleichzeitig Partner Gottes, Gottes Stellvertreter auf Erden! Das ist eine hohe Würde, die mit einem Auftrag verbunden ist: Mit-Schöpfer zu sein, verantwortlich zu sein – für seine Taten, für einander und für diese Welt! Achtsam umzugehen mit sich, seinen Kräften, mit Mitmensch und Natur! Sich mit dem Schöpfer verbunden zu wissen, aus seinem Geist heraus verantwortlich zu leben und bewusst zu feiern, was uns alles geschenkt ist – das tun wir an Erntedank!

Ideen und Rituale

Beine eines Mädchens, das barfuß durch eine Wiese läuft
Wie zart und weich sich das Gras unter den Füßen anfühlt! Dankeschön! Foto: Pixabay
Staunen üben
 
  • bewusst barfuß gehen auf Fliesen, Holz, Gras, Moos, Steinen, im Wasser
  • auf einen Tisch steigen und das Zimmer von dort oben betrachten
  • an einem Apfel zuerst riechen, dann abbeißen und ihn nicht einfach schlucken, sondern ganz lange schmecken
  • aus Abfall (Saftpackungen, Pet-Flaschen …) Kunstwerke basteln
  • im Regen spazieren gehen ohne Schirm
  • Obst und Gemüse mit verbundenen Augen kosten
Je ein oranger und ein grüner, viereckiger leerer Bastkorb stehen vor einer grauen Wand.
Wofür möchte ich heute besonders danken? Ab damit in meinen Dank-Korb. Foto: Pixabay
Anregungen für den Tag

  • einen Bauernhof besuchen
  • durch Wiesen, Felder oder den Wald spazieren und Früchte, Kastanien, Blätter etc. sammeln
  • einen Ernte-Dankkorb füllen: Jeder legt etwas, wofür er dankbar ist, eingewickelt in den Korb.
  • Kirchen besuchen – zum Gottesdienst oder nachmittags, um die Gaben zu bestaunen
  • einen kleinen Erntekorb den Nachbarn oder Freunden vorbeibringen
  • einen Türkranz flechten
  • einen Saft aus Früchten pressen

Danke sagen

Wer noch nie gebetet hat oder sich mit dem Beten schwer tut, kann es erst einmal so probieren:

Reihum sagt jeder einen Satz als Dankeschön, zum Beispiel: "Danke für das leckere Essen heute." - "Danke, dass unsere Lehrerin heute keine Hausaufgaben aufgegeben hat." - "Danke, dass meine Freundin so eine tolle Spielidee hatte."

Dann fällt es meist leichter, auch Gott Danke zu sagen, zum Beispiel: "Gott sei Dank, dass ich heute Morgen munter aufstehen konnte." - "Gott sei Dank, dass es ... gibt!"

Titel Broschüre Erntedank
Die Texte stammen von Agnes Passauer und sind entnommen aus dem Faltposter "Erntedank - geschafft und beschenkt", erschienen in der Reihe "Hot Spots des Lebens", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung.

Weitere Hefte der Reihe "Hot Spots des Lebens" und Bestellmöglichkeit

Ehe- und Familienpastoral
Schrammerstr. 3
80333 München
Telefon: 089 2137-1244
eheundfamilie(at)eomuc.de
http://www.ehe-und-familie.info

Fachbereichsleiterin:
Agnes Passauer, Pastoralreferentin, Eheberaterin

Fachreferent:
Johannes Sporrer, Pastoralreferent, FamilienTeamTrainer

Fachreferent:innen in den Regionen:
Region München: Cornelia Schmalzl-Saumweber
Region Süd: Ulrich Englmaier, Martin Kienast
Region Nord: Cornelia Schmalzl-Saumweber

Referentinnen für Wertorientierte Sexualpädagogik:
MFM-Programm
mfm(at)eomuc.de
Tel. 089 213-77188
Josiane Wies-Flaig, Dipl. Sozialpädagogin

NFP/Sensiplan
nfp(at)eomuc.de
Natalie Oel
Tel.: 089 2137-2249

Wissenswertes

...rund um Erntedank. Wo das Fest herkommt und wie es gefeiert wird.

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